So bitter wird unser Dezember

Corona-Rekord! Ist Weihnachten wieder in Gefahr?

Müssen wir dieses Jahr wieder ein kontaktbeschränktes Weihnachten feiern?
Müssen wir dieses Jahr wieder ein kontaktbeschränktes Weihnachten feiern?
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17. November 2021 - 9:48 Uhr

Weihnachten 2020 reloaded? Wieder ein kontaktbeschränktes Weihnachten?

Weihnachten rückt immer näher. Viele von uns haben sich schon auf den Glühweinduft auf den Weihnachtsmärkten und den Weihnachtsbraten der Großeltern gefreut. Nachdem das Fest letztes Jahr wegen Corona sehr eingeschränkt war, sollte dieses Jahr dank der Impfungen endlich wieder ordentlich gefeiert werden. Doch leider sieht die Prognose für unser diesjähriges Weihnachtsfest wieder düster aus. Die Corona-Zahlen sind so hoch wie nie. Die ersten Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt und auch verstärkte Kontaktbeschränkungen scheinen uns wieder zu blühen. Es sieht also schlecht aus für Glühweinduft und Braten. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, schätzt die aktuelle Lage und deren Bedeutung für unser Weihnachtsfest ein.

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Boostern und Schnelltests fürs Weihnachtsfest

Die Zeit rennt und das Coronavirus verbreitet sich fast ungebremst in Deutschland. Wird auch das diesjährige Weihnachtsfest von dem Virus bestimmt? Dr. Georg-Christian Zinn sieht die momentane Lage im Interview mit RTL eher pessimistisch, da es an entscheidenden Maßnahmen seitens der Politik fehle: "Wir haben jetzt noch sechs Wochen bis Weihnachten, bis dahin kann hoffentlich noch einiges passieren. Generell bin ich sehr pessimistisch, wir haben pro Woche eine Steigerung der Inzidenz von 100 in der Republik gesehen."

Ist es trotz der Zahlen überhaupt möglich, Weihnachten im Kreise der Liebsten zu feiern? Unter bestimmten Umständen sei das laut Zinn möglich. Er empfiehlt für das Fest, besonders wenn gefährdete, ältere oder kranke Personen anwesend sind, auf jeden Fall vorher zumindest einen Schnelltest zu machen, um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren. "Zusätzlich ist es ganz wichtig, Familienmitglieder zu boostern, die in die Risikogruppe kommen."

Adventsshopping und Weihnachtsfeiern

Langsam geht die Geschenkejagd für Weihnachten wieder los und die Geschäfte füllen sich mit Menschenmassen. Zinn hält es aufgrund der steigenden Infektionszahlen für möglich, dass bald wieder nur eine bestimmte Anzahl von Kunden pro Quadratmeter in die Läden dürfen: "Wer die Bilder von Adventssamstagen vor Augen hat, die Innenstädte sind pickepackevoll, da wäre es sinnvoll, wenn man Abstände einhalten kann, das wäre infektiologisch sinnvoll und für die Einkaufenden sicher auch ein besseres Gefühl."

Auch legt der Experte Firmen ans Herz, die diesjährigen Weihnachtsfeiern zu verschieben und lieber ein Sommerfest oder Sommergrillen zu veranstalten, wenn die Zahlen wieder runtergegangen sind.

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Fällt auch der Weihnachtsurlaub ins Wasser?

Mittlerweile gehören viele Länder wieder zu Hochrisikogebieten und alle, die über Weihnachten in den Urlaub fliehen wollten, haben nun eine eher eingeschränkte Auswahl an Reisezielen. Dennoch gibt Zinn hier ein wenig Hoffnung: "Zum Beispiel Südeuropa, Spanien oder Portugal, wo das Wetter um Weihnachten nicht so super gut ist, vielleicht auch auf die Kanaren, da sind die Zahlen relativ niedrig."

Problematisch werde es beispielsweise bei unseren Nachbarn in Österreich, wo 2G vorgeschrieben ist: "Dort hat man schon ein Problem, wenn man ungeimpfte Teenies mitnehmen will." Empfehlenswert ist das Buchen von Pauschalreisen, die man kurzfristig stornieren kann.

Steigende Zahlen: Was uns Weihnachten neben den Geschenken noch so bescheren wird

An Weihnachten und Silvester werden wieder viele Menschen aufeinandertreffen und miteinander feiern. Das wird Auswirkungen auf die Corona-Zahlen haben. Diese dann wieder in den Griff zu bekommen, ginge nur mit Kontaktvermeidungen, so Zinn: "Mittlerweile haben wir jetzt den zweiten Corona-Winter und wenn ich an letztes Jahr denke, wir haben es letztes Jahr perfekt geschafft, die Kontakte sehr herunterzufahren, auch die Familienkontakte herunterzufahren. Wenn so etwas notwendig würde, dann könnten wir das relativ kurzfristig machen." (pdr)