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Wegen Taliban-Unterstützung: Baerbock und Laschet gegen Fußball-WM in Katar

Wegen Unterstützung der Taliban

Baerbock und Laschet gegen Fußball-WM in Katar

Wollen Kanzler werden: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU)
Baerbock und Laschet positionieren sich gegen die Fußball-WM in Katar
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Vielseitige Kritik an Austragungsort

Seitdem Katar als Austragungsort der Fußball-WM 2022 feststeht, gibt es Kritik an der Entscheidung. Menschenrechtsverletzungen, unmögliche klimatische Bedingungen und Terrorismusfinanzierung sind nur einige Vorwürfe. Nach der Machtübernahme der Taliban nimmt die Debatte um den Austragungsort noch einmal Fahrt auf. Sowohl Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als auch Unionskandidat Armin Laschet kritisieren jetzt die Entscheidung der FIFA .

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Taliban-Führer von Katar chauffiert

Es ist ein Flug, der zeigt, wie sehr das Emirat Katar mit Islamisten, insbesondere den Taliban, verwoben ist. Eine Delegation der neuen Machthaber in Afghanistan wird von einem Militärflugzeug der katarischen Luftwaffe nach Kabul gebracht. Mit dabei: Mullah Abdul Ghani Baradar, einer der Gründer der Taliban. Er hatte zuvor Jahre im Exil in Katars Hauptstadt Doha gelebt und dort das örtliche Taliban-Büro geleitet. Mit seiner Rückkehr ist für viele klar: Er wird der neue Machthaber in Afghanistan.

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Besonders brisant: Das Flugzeug, mit dem Mullah Baradar nach Afghanistan zurückkehrt, ist fast dasselbe wie das, womit die USA aktuell händeringend versuchen, Tausende Menschen zu evakuieren.

Baerbock: Können dort kein Fußball spielen

Schon lange steht Katar in der Kritik, radikalen Islamisten Unterschlupf zu gewähren. Dass ranghohe Führer der Taliban nun aber mit offiziellen Militärjets chauffiert werden, lässt für einige deutsche Politiker das Fass nun überlaufen. Die Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock fordert deshalb, dass die Fußball-WM 2022 dort nicht stattfinden dürfe. „Wenn ihr weiter die Taliban auf diese Weise unterstützt, wenn ihr weiter auf diese massive Art zu Menschenrechtsverletzungen beitragt, können wir nicht demnächst bei euch Fußball spielen“, sagte Baerbock im ARD-Sommerinterview.

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Auch ihr Parteikollege und Militärexperte Tobias Lindner sagte der „Bild“, die Unterstützung der Taliban durch Katar zeige erneut, welch falsche Entscheidung die WM-Vergabe dorthin gewesen sei.

Laschet: "Katar ist kein guter Ort für eine Fußball-Weltmeisterschaft"

Etwas zurückhaltender äußerte sich Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Zwar distanzierte er sich ebenfalls von Katar als Austragungsort, von einem Boykott wollte er aber nicht sprechen. „Ich hätte sie nicht in Katar gemacht. Ich finde, Katar ist kein guter Ort für eine Fußball-Weltmeisterschaft“, so Laschet bei „Bild live“.

Auf die explizite Frage, ob Katar die WM wieder entzogen werden solle, drückte sich Laschet vor einem klaren Bekenntnis. „Die Frage entscheiden ja nicht Politiker“, so der CDU-Vorsitzende.

(sst)