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Was tun bei menstrueller Migräne?

Menstruelle Migräne: Eine Qual, die kaum zu therapieren ist, aber viele Frauen betrifft.
Menstruelle Migräne: Eine Qual, die kaum zu therapieren ist, aber viele Frauen betrifft.
© Boris Jovanovic

09. Juni 2021 - 14:55 Uhr

Kopfschmerzen kurz vor der Periode: Was hilft bei menstrueller Migräne?

Einige Frauen bzw. Menstruierende kennen das Problem: Jeden Monat, wenn sich der Zyklus dem Ende zuneigt, ist die nächste Migräneattacke nicht mehr fern. Auch wenn man schon weiß, was auf einen zukommt, sind die Schmerzen bei menstrueller Migräne trotzdem nicht weniger schlimm – zumal es bisher kaum Therapiemöglichkeiten gibt. Wir haben bei einer Gynäkologin nachgefragt, was helfen kann.

Noch viele Fragezeichen: Das hat es mit menstrueller Migräne auf sich

Man spricht von einer menstruellen Migräne, wenn die Kopfschmerz-Attacken rund zwei Tage vor bis hin zu drei Tage nach dem Einsetzen der Blutung auftreten. Außerdem sollte die Migräne während zwei von drei Zyklen auftreten, damit sie auch wirklich auf die Menstruation zurückverfolgt werden kann. Denn: Auch während der PMS-Phase, während der Periode und danach kann es vermehrt zu Kopfschmerzen kommen. Handelt es sich jedoch um diese Form der lästigen Schmerzen und ist alles andere auszuschließen, spricht man von einer menstruationsbedingten Migräne.

Und woher kommt die menstruelle Migräne?

Die Hintergründe der menstruellen Migräne sind immer noch nicht ganz geklärt, man ist sich allerdings sicher, dass die starken Hormonschwankungen während dieser Phase des Zyklus eine große Rolle spielen. Daher dürfen die weiblichen Sexualhormone, wozu auch Östrogen zählt, nicht unterschätzt werden. Sie können nämlich die Aktivität verschiedener Neurotransmittersysteme modulieren, die an Migräne sowie an der Schmerzübertragung im Allgemeinen beteiligt sind. Zudem hat Östrogen Einfluss auf das Schlüsselmolekül bei Migräne.

Lese-Tipp: Migräne-Symptome: Typische Anzeichen für Migräne im Überblick

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Auf welche Arzneimittel kann man sich verlassen?

Junge Frau mit Migräne
Bei einer (menstruellen) Migräne hilft manchmal nur eines: Die Einnahme einer Tablette.
© iStockphoto, MaximFesenko

Es gibt einige Arzneimittel, die als Therapiemethoden herangezogen werden können. Naxopran zum Beispiel, ein Wirkstoff der schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt, kennen wir vermutlich alle. Denn er ist in Ibuprofen, Diclofenac oder auch in Dolormin enthalten. Mit einer langen analgetischen Wirkungen von mehreren Stunden, hat er sich auf jeden Fall für eine schnelle Schmerzlinderung bewährt. Das hat uns auch das Team der Gynäkologin Dr. Mariam Arndt aus Köln bestätigt: "Ibuprofen und Dolormin können nicht nur bei migränetypischen Schmerzen Abhilfe schaffen, sondern auch die Periodenschmerzen lindern."

Auch Triptane, gefäßverengende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkstoffe, gelten als ratsam. Sie werden oft zur Akutbehandlung von "normaler" Migräne und des Cluster-Kopfschmerzes genutzt und gelten auch bei menstrueller Migräne als effektiv.

Wenn alle Stricke reißen und keine Medikamente zu helfen scheinen, bleiben nur noch spezielle Migräne-Tabletten als Option. Auch darüber hat uns die Kölner Praxis Auskunft gegeben. Allerdings sollte Frau hier immer im Hinterkopf behalten, dass diese Tabletten verschreibungspflichtig sind, weswegen unbedingt vorher ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Führen Sie am besten eine Art Tagebuch und notieren Sie sich, wann genau die Migräne auftritt. So können Sie alle anderen Ursachen ausschließen und sicher sein, dass es sich um eine menstruelle Migräne handelt. Wir wünschen gute Besserung! (vdü)

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