Hinter diesen Geheim-Kürzeln verstecken sich die Kartengebühren

Gebühren-Abzocke bei EC-Kartenzahlung: Sparkassen greifen bis zu 70 Cent pro Zahlung ab

25. Mai 2020 - 10:39 Uhr

Mehr kontaktlose Zahlvorgänge durch Corona-Pandemie

Wir Deutschen lieben eigentlich unser Bargeld. Doch während der Corona-Epidemie bezahlen viele Menschen lieber kontaktlos mit der EC-Karte. In Supermärkten sind teilweise 40 Prozent der Einkäufe mit Karte bezahlt worden, heißt es laut einer Erhebung des Discounters Aldi Süd. Was viele Bankkunden nicht wissen: Vor allem bei Sparkassen und Volksbanken werden am Ende des Quartals für jede EC-Kartenzahlung eine Gebühr abgebucht. Und die langen mit bis zu 70 Cent pro Karteneinsatz ordentlich hin.

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Hohe Gebühr für Kartenzahlungen bei Volksbanken und Sparkassen

Und diese Gebühren könnten in der Summe teuer werden. Wie das Verbraucherportal biallo.de herausgefunden hat, verlangen fast die Hälfte der Sparkassen und Volksbanken für Kartenzahlungen bei klassischen oder Basis-Girokonten eine Gebühr von durchschnittlich 0,34 Euro. Ein Blick in den Preisaushang von 380 Sparkassen und 440 Volksbanken ergab, dass die teuerste Gebühr bei der Sparkasse Rhein-Lippe anfällt, mit 70 Cent je Kartenzahlung.

Hinter diesen Kürzeln versteckt sich die Abzock-Gebühr der Sparkassen und Volksbanken

Gebühren für die Kartenzahlung könnten für böse Überraschungen auf den Kontoauszügen sorgen
Gebühren für die Kartenzahlung könnten für böse Überraschungen auf den Kontoauszügen sorgen
© iStockphoto

Wer sich im Preisaushang der eigenen Bank informieren will, findet aber oft nicht auf Anhieb, wie viel das Bezahlen mit der EC-Karte kostet. Denn es gibt Sparkassen und Volksbanken, die die Gebühr hinter unverständlichen Begrifflichkeiten verstecken. Bei der Sparkasse am Niederrhein heißt Kartenzahlung etwa "POS Buchung", bei der Hamburger Sparkasse "Preis pro Posten", bei der Freiburger Volksbank "Basis-Lastschrift" und bei der Sparkasse Uelzen-Lüchow-Dannenberg "Sonstige Buchungsposten". Oft wird die Kartenzahlung auch beleglose Buchung genannt. Doch es gibt auch Sparkassen wie die in Bochum, die explizit in ihrem Preisaushang die Gebühr für den "Einsatz der Sparkassen-Card (Debitkarte) zum Bezahlen" mit 0,30 Euro oder 0,15 Euro ausweisen.

Überraschung in der Quartalsabrechnung

Wenn Ende Juni die Quartalsabrechnung kommt, werden viele Bankkunden mit klassischen Girkokonten überrascht sein. Vor allem ältere Menschen haben ein klassisches Girokonto und in der Corona-Zeit erstmals oder eventuell viel mehr als sonst mit der EC-Karte gezahlt. Wer mit einem Basismodell jeden Tag drei Mal mit der Karte zahlt und im Schnitt 34 Cent Gebühr dafür zahlt, wird über 90 Euro im Quartal an Gebühren zahlen. Hier empfiehlt sich unbedingt der Wechsel in anderes Kontomodell oder gar ein Wechsel zu einer anderen Bank.

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