Vermisstes Mädchen wäre heute 18 Jahre alt

Neues Computerbild zeigt: So könnte Madeleine McCann heute aussehen

Ein am Computer erstelltes Bild zeigt, wie Madeleine McCann mit 18 Jahren aussehen könnte.
Ein am Computer erstelltes Bild zeigt, wie Madeleine McCann mit 18 Jahren aussehen könnte.
© Bildbearbeitung: Marco Kolditz, "Meer der Ideen"

13. Mai 2021 - 9:15 Uhr

18. Geburtstag von vermisster Maddie McCann

Der 12. Mai 2021 hätte eigentlich ein Tag voller Freude, Gelächter und Partystimmung werden können, wenn das Leben von Kate und Gerry McCann anders verlaufen wäre. Es ist der 18. Geburtstag ihrer Tochter Madeleine. Das britische Mädchen verschwand 2007 aus einem Ferienappartement in Portugal. Bis heute fehlt jede Spur von Maddie, trotzdem haben die Eltern die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihr Kind noch lebt. Wie würde Madeleine McCann heute aussehen? Content Creator Marco Kolditz hat am Computer ein Bild entworfen, das zeigt, wie sich das Mädchen in den 14 Jahren seines Verschwindens entwickelt haben könnte. Im RTL-Interview erklärt er, wie das Bild zustande kam.

Bild der Mutter ist die Grundlage für die 18-jährige Maddie

Als Grundlage für das gemorphte Foto der 18-Jährigen diente ein Bild ihrer Mutter, wie Kolditz von "Meer der Ideen" im RTL-Interview erklärt. Das habe er sozusagen "rückwärts bearbeitet", erklärt der Content Creator. Er habe Kate McCann verjüngt und dann langsam in Richtung Madeleine bewegt. Er habe sich für diese Vorgehensweise entschieden, weil er relativ wenig Bildmaterial des vermissten Mädchens zur Verfügung hatte. "Ich wollte nicht auf Fremdmaterial zurückgreifen", erklärt Kolditz, darum benutzte er nur Bilder von Maddie und ihren Eltern.

"Die Herausforderung ist immer, dass sich die Bestandteile gut ineinanderfügen", erklärte er nach der Bildbearbeitung. Für das künstliche Bild von Maddie habe er die Augen des Mädchens und andere charakteristische Merkmale in das Gesicht der Mutter eingefügt. "Das sieht während der Bearbeitung relativ unheimlich aus", so der Content Creator. "Die Augen sind das Allerschwierigste", weiß er. "Man muss immer aufpassen, dass es natürlich aussieht." Ein Kinderfoto von Maddie künstlich altern zu lassen hätte aus seiner Sicht aber deutlich unnatürlicher ausgesehen.

Foto von Maddies Mutter war die Grundlage
Dieses Foto von Maddies Mutter Kate McCann nahm der Content Creator als Grundlage.
© Bildbearbeitung: Marco Kolditz, "Meer der Ideen"

Wie sich Maddie innerhalb von 14 Jahren verändert hat, ist schwer zu sagen

"Proportionen verändern sich im Laufe des Lebens", erklärt er. Aus einem runden Kindergesicht mit großen Augen, treten mit der Zeit die Gesichtszüge einer Erwachsenen hervor. Darum habe er sich die äußeren Merkmale von Maddies Eltern genau angeschaut. Beide hätten zum Beispiel eine relativ kantige Gesichtsform und schmale Lippen. Aus der sehr schmalen Nase von Kate McCann machte er eine etwas breitere Stupsnase, wie sie auf Fotos von Garry und der dreijährigen Maddie zu sehen ist. Auch die die Augenbrauen gestaltete er etwas dichter.

Er entschied sich ähnlich wie bei einem Passfoto für einen relativ neutralen Gesichtsausdruck bei der gemorphten Maddie. "Mimik ist sehr individuell", erklärt Kolditz. Hätte er die junge Frau lächeln lassen, könnte das das Bild stark verfälschen. "Ob das jetzt der Realität nahekommt, kann man gar nicht so sagen", meint der Content Creator. Denn es gibt weitere Faktoren: Maddie könnte über- oder untergewichtig sein, sie könnte sich auch die Haare geschnitten oder gefärbt haben. Wie sich ein Mensch in 14 Jahren entwickelt ist sehr individuell und von den Lebensumständen abhängig.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Polizei erstellte ein Bild, wie Maddie mit neun Jahren hätte aussehen können

Die britische Polizei erstellte etwa fünf Jahre nach Maddies Verschwinden schon einmal ein künstliches Bild, auf dem zu sehen ist, wie eine etwa neun Jahre alte Madeleine hätte aussehen können. Die McCanns zeigen das Bild auch heute noch auf ihrer Homepage "Find Madeleine", in der Hoffnung, dass jemand ihre Tochter wiedererkennen könnte.

"Jeder Mai ist hart – eine Erinnerung daran, wie viele Jahre vergangen sind, wie viele gemeinsame Jahre verloren oder gestohlen sind", erklärten die McCanns in einem emotionalen Statement zum Jahrestag des Verschwindens ihrer Tochter. "Dieses Jahr ist besonders schmerzlich, denn wir sollten Madeleines 18. Geburtstag feiern." Sie würden sich aber weiter an die Hoffnung klammern, ihr Kind eines Tages wiederzusehen.

So hätte Maddie mit neun Jahren aussehen können
Kate und Gerry McCann suchen mit einem künstlich erstellten Foto nach ihrer Tochter Maddie.
© dpa, John Stillwell, ihe sab

Maddie McCann verschwand aus einer Ferienanlage in Portugal

Die damals dreijährige Madeleine "Maddie" McCann verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz. Mehrere Suchaktionen portugiesischer und britischer Ermittler blieben erfolglos. Der Fall erlangte immer wieder weltweite Aufmerksamkeit durch Kampagnen, die Maddies Eltern, Kate und Gerry McCann, starteten, um ihre Tochter zu finden.

Anfang Juni 2020 wandten sich deutsche Ermittler dann an die Öffentlichkeit. Um neue Zeugen und Hinweise zu finden, machten sie öffentlich, dass sie Christian B. im Visier haben. Er wird verdächtigt, Maddie damals entführt und ermordet zu haben.

TVNOW-Doku: Der Fall Maddie - haben sie endlich den Richtigen?

Hat die Polizei diesmal endlich den richtigen Tatverdächtigen? Lässt sich der Fall jetzt endlich aufklären? Mehr dazu sehen Sie in der TVNOW-Doku "Der Fall Maddie – haben sie endlich den Richtigen?".

JGR

Auch interessant