Such nach Eileen bisher erfolglos

Flüchtlingsmädchen (4) an polnisch-belarussischer Grenze vermisst: "Entweder schon tot oder bald tot"

In der Grenzregion zwischen Polen und Belarus wird laut Angaben von Aktivisten ein 4-jähriges Mädchen vermisst (Symbolfoto)
In der Grenzregion zwischen Polen und Belarus wird laut Angaben von Aktivisten ein 4-jähriges Mädchen vermisst (Symbolfoto)
© imago images/SNA, Pavel Bednyakov via www.imago-images.de, www.imago-images.de

10. Dezember 2021 - 10:20 Uhr

Drama an der Grenze zwischen Polen und Belarus?

Wo ist Eileen? Seit der Nacht von Montag auf Dienstag wird an der Grenze zwischen Polen und Belarus ein 4-jähriges Mädchen vermisst. Das berichtet die polnische Zeitung "Wyborcza" unter Berufung auf polnische Aktivisten. Ihre Eltern wurden laut Angaben der Granica-Gruppe (polnische Grenz-Aktivisten) vom polnischen Grenzschutz zurück auf die belarussische Seite gebracht. Das Kind jedoch soll auf polnischem Gebiet geblieben sein. In dem Ort Nowy Dwór, wo sie zuletzt gesehen wurde, herrschen in der Nacht Temperaturen deutlich unter null Grad.

Irakische Eltern sind verzweifelt

Die Aktivisten, die sich für die Flüchtlinge in diesem Gebiet einsetzen, erhielten eine Nachricht der verzweifelten Eltern. Die Flüchtlinge aus dem Irak sagten, dass ihre Tochter im Grenzgebiet verschwunden sei. Während die Eltern gefasst wurden, war ihre kleine Tochter bei anderen Flüchtlingen, die vorerst nicht aufgegriffen wurden. So schilderten sie die Ereignisse der Gruppe. Auch das polnische Rote Kreuz soll bereits über das Verschwinden des Mädchens informiert worden sein.

Polnische Sprecherin weist Vorwürfe zurück

Katarzyna Zdanowicz, eine Sprecherin der polnischen Grenzschutzeinheit, bestätigte laut "Wyborcza" den Einsatz in dieser Nacht. Demnach wurden sechs erwachsene Flüchtlinge aufgegriffen, ein Kind sei aber nicht dabei gewesen, sagt sie der Zeitung. Und: Dass man nach der Meldung über das vermisste Mädchen nach ihm gesucht hätte, aber nichts gefunden habe. Weiter sagte sie, dass das Kind wahrscheinlich auf belarussischer Seite verloren ging.

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Aktivisten fordern Polen zum Handeln auf

Die polnischen Aktivisten fordern in den sozialen Netzwerken ihr Land weiter auf, nach dem Kind zu suchen. "Dieses Mädchen ist entweder schon tot oder bald tot", sagt Kasia Kosciesza von der Organisation "Familien ohne Grenzen". "Das dramatischste an der Situation ist, dass das ganze Land nach dem Mädchen suchen würde, wenn es sich um ein polnisches Kind handeln würde."

"Die Suche hätte sofort beginnen müssen, als sie von dem Vorfall gehört haben. Die Chancen werden immer kleiner. Die Nacht bricht herein, die Temperaturen fallen wieder. Wenn wir sie retten wollen, dann muss das sofort passieren", so Kosciesza weiter.

Aktivisten ist der Zugang zum Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus nicht gestattet, daher fordern sie die polnischen Behörden zum Handeln auf. Sie teilten auch ein Foto, auf dem man mutmaßlich die mit Gummistiefeln bekleideten Beine des Mädchens sieht.