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Verkaufsplattform Vinted warnt: Vorsicht vor dieser fiesen Betrugsmasche!

So können Sie sich schützen

Verkaufsplattform Vinted warnt: Vorsicht vor dieser fiesen Betrugsmasche!

Ein Mann verkauft Kleidung auf der Verkaufsplattform Vinted.
User sollten bei Vinted vorsichtig sein, denn: Es grassiert eine neue Verkaufsmasche.
picture alliance/dpa/BELGA | Virginie Lefour

Für alle, die regelmäßig ihren Kleiderschrank aussortieren (müssen), ist Vinted – ehemals Kleiderkreisel – goldwert: Hier landen alte Blusen, die einem nicht mehr gefallen und Sneaker, die man kaum getragen hat sowie Schmuckstücke, Handtaschen und sogar Haushaltsgegenstände. Doch auf der beliebten Verkaufsplattform tummeln sich auch einige Betrüger, die dank Fake-Accounts ihr Unwesen treiben können. Aktuell sind sie mit einer besonders perfiden Methode unterwegs. Wie das Unternehmen darauf reagiert.

Wie der Kauf bei Vinted eigentlich abläuft - und welche Methode die Betrüger anwenden

Geld weg – und die Ware haben Sie auch nicht erhalten. Sind Sie bei Vinted schon mal auf einen Betrüger reingefallen? Viele User klagen in den Foren derzeit über eine neue Betrugsmasche, bei der sogar der Käuferschutz der Plattform ausgehebelt wird, wie „Focus“ berichtet.

Eigentlich funktioniert der Kauf auf Vinted wie folgt: Man hat einen Artikel gefunden, der einem gefällt und wählt dann zum Beispiel das Bezahlsystem der App aus. Entscheidet man sich on top für den Vinted-Käuferschutz, zahlt man zwar anteilig noch etwas oben drauf – aber die eigenen Daten sind geschützt und der Kauf ist abgesichert. Auch beim Kauf per PayPal wird die Käuferschutz-Gebühr erhoben, wie das Unternehmen auf seiner Webseite erklärt. So weit, so gut.

Dann muss der Verkäufer die Ware versenden und das per Sendungsnummer belegen. Erst, wenn der Versanddienstleister die Lieferung bestätigt hat, bekommt der Verkäufer sein Geld. Und der Käufer? Der hat zwei Tage Zeit, die Lieferung zu bestätigen. Falls nicht, geht das Geld automatisch zurück an den Verkäufer. Damit gibt der Käufer aber auch die Möglichkeit ab, Beschwerde einlegen zu können. Klar, denn er ist ja scheinbar nicht mehr an dem Kauf interessiert.

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Genau hier setzt die neue Betrugsmasche an: Wenn die Opfer einen Artikel in der App gekauft und über das Bezahlsystem bezahlt haben, kommt nur Sekunden später eine Meldung, dass das Paket bereits zugestellt worden sei. Das ist natürlich gar nicht möglich. Wenn man dann nämlich auf die Sendungsverfolgung klickt, werden die perfiden Machenschaften der Betrüger sofort entlarvt, denn: Das angebliche Paket sei schon vor Wochen verschickt worden – obwohl zu dem Zeitpunkt noch gar keine Bestellung aufgegeben wurde.

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Betrugsmasche bei Vinted: So reagiert das Unternehmen

Der Käuferschutz greift jetzt nicht mehr, da das Datum der angeblichen Lieferung mehrere Wochen zurückliegt. Heißt genau: Die 2-Tages-Frist ist erloschen, der Käufer kann nicht mehr reagieren und sich beschweren und im Worst-Case-Szenario meldet sich der Verkäufer nie wieder und Ihr Geld ist für immer verschwunden.

Auf RTL-Anfrage hat sich das Unternehmen zu der Betrugsmasche geäußert: „Mit zunehmender Beliebtheit von C2C-Online-Plattformen (Anm. d. Red.: „Consumer to Consumer“, ein Geschäftsmodell, das die geschäftliche Beziehung zwischen zwei Privatpersonen bezeichnet) steigt auch das Risiko, dass diese Plattformen ins Visier von Betrüger und Betrügerinnen geraten.“ Die aktuelle Betrugsmasche sei ihnen daher bekannt, man könne sich nur nicht zu Einzelheiten des Vorgehens äußern, da die Betrüger die Informationen zu ihrem Vorteil nutzen könnten, so Vinted. Man überprüfe „Anfragen von betroffenen Mitglieder“. Kann das genannte Betrugsschema vom Kundensupport validiert werden, „werden entsprechende Erstattungen veranlasst. Vinted weist darauf hin, dass gemäß den geltenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen Anfragen über die Vinted-Plattform gemeldet werden sollten, damit der Käuferschutz greifen kann – unabhängig davon, über welchen Zahlungsdienstleister der Handel abgewickelt wurde.“

„Die Sicherheit der Plattform-Mitglieder hat schon immer oberste Priorität bei Vinted und die Sicherheitsteams arbeiten täglich daran, der Community den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.“ Damit ist gemeint, dass Sicherheitsmaßnehmen dabei regelmäßig überprüft werden und neue Tools für sichere Transaktionen dabei helfen sollen, dass neu aufkommenden Betrugsmethoden zeitnah entgegengewirkt wird.

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Empfehlungen unserer Partner

Diese Tipps helfen bevor man Opfer einer Betrugsmasche wird:

Auch wenn Sie sich nie hundertprozentig sicher sein können: Halten Sie auf Verkaufsplattformen stets die Augen offen und schauen Sie sich Profile ganz genau an:

  • Hat der Verkäufer ein Profilbild eingestellt?
  • Wie sehen die Bilder der Produkte aus?
  • Wie viele (gute) Bewertungen hat der Verkäufer?
  • Wann wurde der Account erstellt?
  • Wie viele Produkte – vielleicht sogar derselben Art – bietet er auf seinem Profil an?
  • Sind die Preise angemessen? Beispiel: Ein Marken-Produkt, etwa eine Jacke, in guter Qualität wird höchstwahrscheinlich nicht nur 10 Euro kosten.
  • Können Sie mit dem Verkäufer über die Chat-Funktion in Kontakt treten?
  • Sie suchen nach einem bestimmten Artikel und finden gleiche oder ähnliche Produkte bei mehreren Nutzern? Finger weg!

(vdü)