Aufräum-Tipps von Ordnungs-Coach Dagmar Schäfer

Kleiderschrank ausmisten in 5 Schritten: Expertin verrät, wie es geht

Kleiderschrank aufräumen? Mit den Tipps von Dagmar Schäfer kommt System in die Sache.
Kleiderschrank aufräumen? Mit den Tipps von Dagmar Schäfer kommt System in die Sache.
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08. Februar 2022 - 13:24 Uhr

Klamotten-Chaos verhindern

Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, aber irgendwie haben Sie nicht zum Anziehen – und überhaupt nervt das Klamotten-Chaos? Keine Sorge, mit diesem Problem sind Sie nicht alleine. Es gibt sogar richtige Aufräum-Coaches, die das Thema gezielt angehen. Zu diesen Aufräum-Expertinnen gehört auch Dagmar Schäfer. Ihr Buch "Ordnungs-Quickies"* ist gerade im mvg-Verlag erschienen. Hier verrät Sie Ihre besten Tipps für mehr Ordnung. Diese fünf Schritte helfen dabei, den Kleiderschrank effizient auszumisten – und anschließend mit Köpfchen neu einzuräumen, so dass er danach gut strukturiert und übersichtlich ist. Das spart jeden Tag Zeit und Nerven.

Schritt 1: Vorbereitung

"Planen Sie fest einige Stunden Zeit ein, in der Sie ungestört sind. Ziehen Sie etwas Bequemes an, damit Sie zwischendurch unkompliziert etwas anprobieren können", rät Ordnungs-Expertin Schäfer. Stellen Sie außerdem Putzutensilien bereit (zum Saugen/Auswischen der Fächer und Schubladen) und bereiten Sie fünf Aussortier-Boxen oder Körbe vor, die Sie folgendermaßen beschriften (z.B. mit Maler-Krepp):

  • Entsorgen
  • Verschenken/Spenden
  • Verkaufen
  • Reparieren/Ändern
  • "Weiß nicht"

Bevor Sie mit dem Aussortieren loslegen, geht es zunächst um die richtige innere Einstellung (klingt komisch, wirkt hilft wirklich). "Werden Sie sich bewusst, warum Sie Ihren Schrank aufräumen wollen und was das Ziel der Aktion ist", sagt die Profi-Ausmisterin. Stellen Sie sich dafür am besten bildlich vor, wie Ihr Schrank am Ende aussehen soll. Ihre Ziele könnten zum Beispiel sein:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Ein aufgeräumter Schrank, der nur Lieblingsteile enthält, keinen Ballast
  • Ordnung, Klarheit und gute Übersicht über all meine Kleidung
  • Keine Schrankleichen und Fehlkäufe mehr

Suchen Sie sich nun als erstes ein "Referenz-Kleidungsstück" aus Ihrem Schrank aus: Das sollte ein Kleidungsstück sein, das Sie sehr mögen und das Sie gerne und häufig tragen. Dieses Teil wird Ihnen beim Aussortieren gefühlsmäßig als "Kompass" dienen.

Schritt 2: Alles muss raus!

Wichtig: Räumen Sie ALLES (inkl. Schuhe, Taschen und Accessoires) aus dem Schrank heraus, am besten aufs Bett. Sortieren Sie dabei schon etwas vor, also Hosen zu Hosen, T-Shirts zu T-Shirts und so weiter.

Vergessen Sie auch die "Nebenschauplätze" nicht: Garderobe, Hocker im Bad, Wäschekorb, Keller... Reinigen Sie nun gründlich die leeren Schrankfächer und Schubladen.

Schritt 3: Die Spreu vom Weizen trennen

Nehmen Sie jetzt nacheinander jedes Teil in die Hand. Dabei gehen Sie am besten nach Kategorien vor (Pullis, Hosen, T-Shirts, Tops usw.). Trennen Sie sich rigoros von Schrankleichen, Fehlkäufen und allen Teilen, die Ihnen nicht (mehr) passen, die stark abgetragen oder kaputt sind oder die bei Ihnen (aus welchen Gründen auch immer) ein schlechtes/unfrohes Gefühl auslösen!

Wichtig: "Es gibt nichts, was Sie zwingend behalten müssen. Loslassen befreit und schafft Raum für Weiterentwicklung!" Kleidung hat keine Gefühle, Sie dürfen beim Aussortieren also ruhig "gewissenlos" sein und ganz auf Ihre Bedürfnisse hören.

Verteilen Sie die aussortierten Sachen auf die fünf Körbe, die Sie anfangs nach dem System von Dagmar Schäfer bereitgestellt haben. Sachen, die sie behalten möchten, legen Sie erst einmal beiseite. Sie werden wieder eingeräumt, wenn alles fertig aussortiert ist. Hören Sie beim Entscheiden auf Ihre Intuition und lassen Sie Ihren Bauch ganz spontan entscheiden. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Spüren Sie das gleiche gute Gefühl wie bei Ihrem Referenz-Kleidungsstück aus Schritt 1? Wenn ja, darf das Kleidungsstück natürlich weiterhin Teil Ihrer Garderobe bleiben. Haben Sie Zweifel oder müssen Sie sich vor sich selbst rechtfertigen, warum Sie das Teil behalten sollten, obwohl es Ihnen eigentlich keine Freude (mehr) macht? Dann unbedingt weg damit (in den passenden Aussortier-Korb)!

Dagmar Schäfer hilft leidenschaftlich gerne Frauen mit viel Zeug und wenig Zeit.
Dagmar Schäfer ist nebenberuflich als Ordnungs-Coach und Buch-Autorin aktiv.
© Dagmar Schäfer

Ihr Bauch sendet Ihnen unklare Signale und Sie können sich nicht entscheiden? Dann beantworten Sie ehrlich die folgende Frage:

Würde ich mir dieses Kleidungsstück hier und heute noch einmal kaufen?

Wenn Sie bei einem Kleidungsstück trotzdem noch sehr unsicher sind (und nur dann), legen Sie es in die mit "Weiß nicht" beschriftete Box. Nachdem Sie den ganzen Rest fertig aussortiert haben, nehmen Sie sich die Box noch einmal vor und hören Sie bei der Entscheidung über das Aussortieren der Kleidungsstücke auf Ihr Bauchgefühl. Versuchen Sie, sich pro Teil innerhalb von maximal zehn Sekunden zu entscheiden.

Schritt 4: Mit System neu einräumen

Jetzt kümmern wir uns um die Kleidung, die Sie behalten möchten und räumen sie neu ein. Überlegen Sie sich zunächst, nach welchem System Sie den Schrank neu einräumen möchten (nach Farben sortiert, nach Art, nach Anlass…). Bilden Sie je nach persönlicher Vorliebe zum Beispiel solche Untergruppen:

  • Business – Freizeit – Gala – Sport
  • Sommer - Winter
  • T-Shirts / Pullover / Hosen / Jeans / Kleider / Röcke / Unterwäsche / Socken

Besorgen Sie sich leichte Boxen aus Stoff. Diese sorgen für Struktur und Ordnung in Schubladen und Schrankfächern. Alles bleibt übersichtlich und ist leicht zu erreichen, auch das, was ganz hinten liegt bei tiefen Schränken, denn man kann die Boxen einfach herausziehen (wie Schubladen). T-Shirts, Tops, Unterwäsche, Sportsachen, Homewear und alles andere, was nicht stark knittert, können Sie nach der Methode von Marie Kondo falten (mehr Tipps dazu weiter unten im Video). Die gefalteten "Päckchen" sortieren Sie dann stehend nebeneinander und farblich sortiert in die Schubladen und Ordnungshelfer ein. Alles, was knitterempfindlich ist (Blusen, Röcke, Kleider etc.), sollten Sie farblich sortiert auf Bügeln an eine Kleiderstange hängen.

Im Video: Die Faltmethode nach Marie Kondo

Schritt 5: Dauerhaft Ordnung halten

"Natürlich ist es mit einmal Ausmisten nicht für immer und ewig getan, sondern Sie werden Ihren Schrank in Zukunft immer mal wieder unter die Lupe nehmen müssen, denn Größe, Geschmack und praktische Anforderungen an unsere Kleidung ändern sich mit der Zeit", betont Dagmar Schäfer. Die beste Gelegenheit dazu ist der Saisonwechsel, also im Frühling und im Herbst.

Es gibt drei einfache Regeln, an die Sie sich halten sollten, damit Ihr Kleiderschrank dauerhaft schön ordentlich bleibt und die Menge der Kleidung nicht wieder Überhand nimmt:

  1. Legen/hängen Sie Sachen nach dem Waschen immer sofort an ihren Platz zurück. Das erfordert am Anfang etwas Disziplin, wird aber schnell zur Gewohnheit. Auch das Falten wird Ihnen nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergehen und mühelos gelingen, versprochen!

  2. "One in -> One out": Sortieren Sie konsequent für jedes neu hinzukommende Kleidungsstück ein Altes aus.

  3. Kaufen Sie bewusst ein: Überlegen Sie bei jedem Kauf genau (und nehmen Sie sich genügend Zeit dafür!), ob das Kleidungsstück ein Lieblingsstück werden könnte, ob Ihnen wirklich ALLES daran gefällt (Farbe, Schnitt, Material, Verarbeitung...), ob Sie genügend passende Kleidungsstücke zum Kombinieren im Schrank haben und ob Sie vielleicht schon so ein ähnliches Teil besitzen.

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