Täter zu Haftstrafe auf Bewährung verurteilt

Aleksei vor Disco ins Wachkoma geprügelt - Täter entschuldigt sich unter Tränen vor Gericht

21. Februar 2020 - 17:55 Uhr

Grund für folgenschweren Streit bleibt unklar

"Es tut mir leid, wie es gekommen ist" sagt Sebastian F. unter Tränen vor Gericht, ihm bricht sogar die Stimme weg. Was der 21-Jährige hier im Gerichtssaal des Amtsgerichts Hannover zeigt, ist wohl die Reue dafür, dass er den 22-jährigen Aleksei mit mehreren Faustschlägen bei einem Discobesuch im September 2018 zu einem Pflegefall gemacht hat. Die Richterin verurteilt Sebastian F. am Freitag zu zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung. Er bleibt also auf freiem Fuß, solange er sich nichts zu Schulden kommen lässt. Wie die Nebenkläger auf dieses Urteil reagieren, sehen Sie im Video.

Schwerer Tag für Alekseis Eltern

Ein weiteres Mal, nach dem Prozessauftakt am Mittwoch, müssen sich die Eltern des im Wachkoma liegenden Aleksei anhören, was in der schicksalhaften Nacht Anfang September 2018 mit ihrem Sohn passiert ist. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, so schildert es eine Polizistin, dass zwischen Sebastian F. und Aleksei K. in der Disco eine Diskussion entbrennt, die aber schnell beendet wird. Später soll Sebastian F. zu sehen sein, wie er Faustschlaggesten in Alekseis Richtung macht. Und schließlich kommt es draußen vor der Disco zu den folgenschweren Schlägen gegen Alekseis Kopf. Er schlägt auf dem Boden auf, verletzt sich dabei schwer, liegt seitdem im Wachkoma. Warum die Männer sich gestritten haben, konnte vor Gericht nicht geklärt werden.

Schuldig der schweren Körperverletzung

Sebastian F. hat nach dem Vorfall seinen Job bei der Bundeswehr verloren, vor Gericht hat er zugegeben, dass er Aleksei geschlagen hat. Beides sind für die Richterin strafmildernde Gründe, weshalb sie den 21-Jährigen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der zweite Angeklagte, Alexander F., bekommt dagegen keine Strafe, schon vor der Urteilsverkündung wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. Er sei zwar dabei gewesen, habe selber aber nicht zugeschlagen.

Familie soll Schmerzensgeld bekommen

Seit dem Vorfall kümmert sich Alekseis Familie aufopferungsvoll um den 22-Jährigen in der eigenen Wohnung. Nun sollen sie endlich Schmerzensgeld für das Leid ihres Sohnes und Bruders bekommen. In einem weiteren zivilrechtlichen Prozess wird darüber entschieden, wie viel Geld die Familie von Sebastian F. bekommen soll. Beantragt hatte der Anwalt der Familie 500.000 Euro, um Aleksei eine würdevolle Pflege zu ermöglichen und die Familie zu entlasten.