Paris-Versprechen gebrochen?

UN stellt dramatische Klima-Prognose: "Massiver Verlust von Menschenleben" droht

Flutkatastrophen wie die im Ahrtal könnten immer mehr zum Alltag gehören, sollte die Erderwärmung weiter voranschreiten
Flutkatastrophen wie die im Ahrtal könnten immer mehr zum Alltag gehören, sollte die Erderwärmung weiter voranschreiten
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18. September 2021 - 10:52 Uhr

Erderwärmung auf einem „katastrophalen Weg“

Allen Abkommen und Beteuerungen zum Trotz: Die Erderwärmung schreitet unaufhaltsam voran. Ein neuer UN-Bericht stellt eine düstere Prognose in Aussicht – mit vielen Toten.

Viele Existenzen bedroht

Vor der Weltklimakonferenz in Glasgow im November befindet sich die Welt nach Aussagen von UN-Chef António Guterres hinsichtlich der Erderwärmung auf einem "katastrophalen Weg". Einem Bericht der zuständigen UN-Klimaagentur zufolge sei eine Erwärmung um 2,7 Grad absehbar.

"Damit wird das vor sechs Jahren gemachte Versprechen gebrochen, das 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Abkommens zu verfolgen", sagte Guterres in New York. "Die Nichterreichung dieses Ziels wird sich am massiven Verlust von Menschenleben und Existenzgrundlagen messen lassen."

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Nur Großbritannien einigermaßen auf Kurs

Zuvor hatten die Vereinten Nationen einen Klimabericht zu den Plänen der Staatengemeinschaft für die Reduzierung der Emissionen vorgelegt. Vom UN-Klimasekretariat hieß es dazu, dass die "Nationen ihre Klimaanstrengungen dringend verdoppeln müssen", wenn sie einen globalen Temperaturanstieg über 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts verhindern wollen.

Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung, wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart, deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Schon jetzt hat sich die Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um rund 1,2 Grad erhitzt. Um das Ziel zu erreichen, müssten bis Ende dieses Jahrzehnts die Emissionen laut UN um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 gesenkt werden. Die aktuellen Zahlen jedoch deuten darauf hin, dass die globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 um etwa 16 Prozent höher wären als 2010.

Eine Schlüsselrolle bei den Gegenmaßnahmen kommt dabei den G20-Ländern zu, die für 75 Prozent aller Emissionen verantwortlich sind - von diesen ist aber nur Großbritannien auf einem Pfad, der ungefähr für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels notwendig wäre.(dpa/mli)