Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

UN-Generalsekretär sieht die Welt "im Krieg mit dem Virus"

Bundeskanzlerin Angela Merkel und  UN-Generalsekretär Antonio Guterres (Foto: Archiv)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Antonio Guterres (Foto: Archiv)
© deutsche presse agentur

24. Mai 2021 - 14:41 Uhr

Merkel: "Diese Pandemie ist noch nicht bewältigt"

Während Deutschland gerade in klein wenig durchatmet in Sachen Corona, warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Auftakt der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor neuen Pandemiegefahren. Sie rief die Weltgemeinschaft auf, bessere Vorbereitungen zu treffen. "Diese Pandemie ist noch nicht bewältigt; und sie wird auch nicht die letzte sein", sagte Merkel in einer Videobotschaft, die bei der virtuellen Tagung der 194 WHO-Mitgliedsländer eingespielt wurde. Auch UN-Generalsekretär António Guterres wählte deutliche Worte: "Wir sind im Krieg mit einem Virus."

"Nach der Pandemie ist vor der Pandemie"

Swiss Interior and Health Minister Alain Berset walks with Swiss ambassador and Permanent Representative of Switzerland to the United Nations, Juerg Lauber, and Swiss Ambassador Nora Kronig Romero, Head of International Affairs Division and Vice Dire
Delegierte bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Die Veranstaltung findet weitgehend virtuell statt.
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Die Bundeskanzlerin warb für einen internationalen Pandemievertrag, der Länder zu besserer Kooperation bringen soll. Die Hoffnung ist, dass dadurch früher gewarnt und schneller gehandelt werden kann, um eine neue globale Pandemie im Keim zu ersticken. "Nach der Pandemie ist vor der Pandemie", sagte Merkel. "Auf die nächste sollten wir möglichst gut vorbereitet sein. Das ist das Signal, das ich mir von dieser Weltgesundheitsversammlung erhoffe."

UN-Generalsekretär António Guterres rief die internationale Gemeinschaft auf, der weltweiten Corona-Krise mit derselben Strategie wie in einem Krieg zu begegnen. "Wir sind im Krieg mit einem Virus", sagte er. Die Welt brauche "die Logik und die Dringlichkeit einer Kriegswirtschaft", um dafür zu sorgen, dass alle Länder gleichen Zugang zu den "Waffen" im Kampf gegen die Pandemie erhalten.

UN-Generalsekretär Guterres: "Corona hat Tsunami des Leidens ausgelöst"

FILE PHOTO: World Health Organization (WHO) Director-General Tedros Adhanom Ghebreyesus attends a news conference organized by Geneva Association of United Nations Correspondents (ACANU) amid the COVID-19 outbreak, caused by the novel coronavirus, at
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus
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Die Pandemie habe einen "Tsunami des Leidens" ausgelöst, klagte Guterres. Seit ihrem Beginn Ende 2019 seien mehr als 3,4 Millionen Menschen gestorben, rund eine halbe Milliarde Menschen habe ihre Arbeit verloren. "Die Schwächsten leiden am meisten, und ich fürchte, das ist noch lange nicht vorbei", sagte Guterres.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisierte die reichen Länder, die den Großteil der verfügbaren Corona-Impfdosen aufgekauft hätten. 75 Prozent der Impfdosen seien in nur zehn Ländern. In vielen anderen Ländern müssten deshalb Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf die wichtige Impfung warten. Er appellierte an diese Länder, Impfdosen abzugeben.