Um strengere Maßnahmen durchzusetzen

Landtag stellt epidemische Lage in Schleswig-Holstein fest

Sondersitzung des Landtags in Kiel: Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) spricht während einer Regierungserklärung.
Sondersitzung des Landtags in Kiel: Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) spricht während einer Regierungserklärung.
© dpa, Frank Molter, bsc

11. Januar 2022 - 7:17 Uhr

Schleswig-Holstein: Vom Vorreiter zum Sorgenkind

Vor Weihnachten konnte Schleswig-Holstein noch die mit Abstand niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz vorweisen. Inzwischen sieht das Bild ganz anders aus: Mit einer Inzidenz von 529,5 liegt das nördlichste Bundesland inzwischen weit über dem Bundesdurchschnitt von 375,7 (Stand: 10.1.22). Um mit härteren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu kämpfen, hat der Landtag in einer Sondersitzung die epidemische Lage ausgerufen. Das gibt der Regierung die rechtliche Grundlage für weitere Schließungen.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Diese neue Regeln gelten ab Mittwoch

Schon ab dem 12. Januar greifen härtere Maßnahmen. Diskotheken müssen schließen, für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde zwischen 23 Uhr und 5 Uhr sowie die 2G-plus-Regel: Damit haben nur Geimpfte und Genesene mit frischem negativem Test oder der Booster-Impfung Zutritt.

Schon in der Vorwoche hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt, dass bei Sitzveranstaltungen im Theater, im Kino oder bei Konzerten nur noch 500 Menschen erlaubt sind. Bei organisiertem Sport und im Fitnessstudio gilt für alle Personen ab 18 Jahren die 2G-plus-Regel.

Regierung räumt Fehler ein

Da Ministerpräsident Daniel Günther wegen Kontakts zu einer infizierten Person zurzeit in Quarantäne ist, vertrat Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) den Regierungschef. Dass die niedrigen Corona-Zahlen vor Weihnachten inzwischen Geschichte sind, ärgert ihn: "Die Landesregierung hat die damals offenbar stattgefundene Ausbreitung der Omikron-Variante im Land unterschätzt." Die Lage sei ernst. "Wir müssen uns auch in den kommenden Tagen, möglicherweise Wochen, auf weiter steigende Zahlen einstellen", so Garg weiter. Er sprach sich außerdem für eine schnelle allgemeine Impfpflicht aus.

Lese-Tipp: So hoch ist die Inzidenz in Ihrer Region

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Personallage in den Krankenhäusern angespannt

Die Situation auf den Intensivstationen sei zurzeit stabil, so Garg. Die eh schon angespannte Personalsituation in den Kliniken könne sich allerdings noch verschärfen, zum Beispiel, wenn es Corona-Ausbrüche im Personal geben sollte. Auf Sylt sind die Infektionszahlen derweilen so stark in die Höhe geschossen, dass die Insel freiwillig dicht gemacht hat. "Uns allen stehen erneut schwierige und herausfordernde Wochen bevor", so Garg. (dpa/lve)