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Ukraine-Krieg: Militärexperte Gustav Gressel sieht wenig Hoffnung auf einen ukrainischen Sieg

Militärexperte Gustav Gressel im Interview

"Wenn das so weiter geht, sieht es für einen Sieg der Ukraine nicht gut aus!"

Sieht für einen Sieg der Ukraine nicht gut aus Ukraine Talk
05:49 min
Ukraine Talk
Sieht für einen Sieg der Ukraine nicht gut aus

von Nele Balgo und Lena Andro

Die russischen Streitkräfte rücken immer weiter in den Osten der Ukraine vor. Die Stadt Sjewjerodonezk wurde beispielsweise bereits vollständig eingenommen.

Militärexperte Gustav Gressel spricht mit Reporterin Nele Balgo über die militärische und die politische Lage von Russland und der Ukraine.

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Politischer Verlust für die Ukraine

Der militärische Wert der Stadt Sjewjerodonezk sei nicht übermäßig hoch, sagt der Militärexperte Gustav Gressel. Deutlich schlimmer sei die Einkesselung der Stadt Solote, etwas weiter südlich. „Da sind etwa 2.000 ukrainische Soldaten in russische Gefangenschaft gekommen.“ Wenn man das Ziel des ukrainischen Militärs bedenkt, nämlich die eigenen Streitkräfte so gut es geht zusammen zu halten, ist das „das Schlimmere“.

Politisch gesehen war die Einnahme von Sjewjerodonezk jedoch ein schlimmer Verlust, da es sich dabei, seit dem Fall von Luhansk 2014, um die letzte große Siedlung in Luhansk und somit um die „Ersatzhauptstadt“ handelt.

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Wenig Hoffnung auf einen ukrainischen Sieg

Eine komplette Niederlage der Ukraine sei durch die russischen Truppen sehr schwer zu bewerkstelligen, so Gustav Gressel. Vor allem für die Einnahme größerer Städte würde Russland „weit mehr Soldaten benötigen, die Russland noch nicht mobil gemacht hat und wo es auch politisch nicht absehbar wird, dass es die mobil machen wird“.

In Bezug auf eine Wiederherstellung der Grenzen, wie sie vor Beginn des Angriffskrieges waren, oder gar eine komplette Rückeroberung des Donbass „sieht es natürlich zur Zeit auch nicht gut aus.“ Laut Gustav Gressel bräuchte die Ukraine um zu gewinnen, auf jeden Fall mehr Feuerkraft und gepanzerte Transportfahrzeuge. Deutschland möchte aber, genau wie Frankreich, keine Kampfpanzer liefern. „Wenn das so weiter geht, dann sieht es natürlich für einen Sieg der Ukraine nicht gut aus.“

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