Keine Maskenpflicht, kein 3G, keine Sperrstunden mehr

Dänemark macht sich frei von Corona-Beschränkungen

Coronavirus
Menschen stehen vor dem Nachtclub "La Boucherie" in Kopenhagen. (Archivbild). Foto: Olafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix/AP/dpa
deutsche presse agentur

Dänemark sagt: Tschüss. Zumindest zu den (bei uns) gängigen Corona-Maßnahmen. Schleswig-Holsteins nördlichster Nachbar lockert trotz täglichen Neuinfektionen im fünfstelligen Bereich. Bis auf vereinzelte Einreiseregeln gibt es in Dänemark ab Dienstag (1. Februar 2022) keine Einschränkungen mehr. Heißt: Keine Maskenpflicht, kein 3G, keine Sperrstunden mehr.

Infektionen werden nicht einfach in Kauf genommen

Ab Dienstag gibt es in Dänemark keine Maskenpflicht mehr. Die einzige Ausnahme: Krankenhäuser und Pflegeheime. Hinzu kommt: Es ist kein 3G-Nachweise mehr erforderlich, es sei denn, man möchte die Grenze überqueren. Und auch das dänische Nachtleben ist fast so, wie vor der Corona-Pandemie: Bars und Restaurants dürfen wieder ganz normal weiter ab 22 Uhr Alkohol ausschenken, eine Sperrstunde gibt es nicht mehr. Die Nachtclubs, die im Dezember schließen mussten, können wieder aufmachen.

Aber: „Das bedeutet aber nicht, dass man Infektionen in Kauf nimmt. Ganz im Gegenteil: Es gilt weiterhin zu Lüften, Abstand zu halten, sich die Hände zu waschen, sich impfen und testen zu lassen“, hat eine RTL Reporterin vor Ort erfahren. Hinzu gilt weiter: Wer sich nicht gesund fühle, solle zu Hause bleiben.

Zehntausende Neuinfektionen pro Tag

Covid-19 wird in Dänemark nicht mehr als "gesellschaftskritische Krankheit" eingestuft. Ähnlich waren die Dänen schon einmal im vergangenen September vorgegangen. Dann kam aber Omikron: Die Zahl der Neuinfektionen stieg erneut stark an, das Land sah sich gezwungen, die Beschränkungen wieder einzuführen. Heute hat das EU-Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern eine tägliche Neuinfektionszahl im mittleren fünfstelligen Bereich. Höchststände, die vor dem Aufkommen der Omikron-Variante des Coronavirus kaum vorstellbar waren.

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Omikron: Kaum Auswirkung der Zahlen auf Intensivstationen

Entgegen anfänglicher Befürchtungen zeigte sich, dass sich die Zahlen nicht so stark auf die Lage in den Krankenhäusern und vor allem auf den Intensivstationen auswirkt. Die milderen Krankheitsverläufe und die hohen Impfzahlen seien wesentliche Gründe, wieso sich die Dänen für die Lockerungen entschieden haben, so Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. "Wir sind durch die kritische Phase durch", so die Ministerpräsidentin. Neuinfektionen würden demnach nicht mehr die Hauptrolle spielen: Die Zahl, auf die man nun schaue, sei die, wie viele Menschen nach einer Infektion ernsthaft erkrankten. Diese Kurve sei nun gebrochen.

3G-Nachweis nur bei Reisen

Geimpfte und genesene Reisende aus aller Welt müssen nicht mehr länger zusätzlich einen negativen Test vorweisen können. Vereinzelte Einreiseregeln vor allem für Ungeimpfte bleiben bestehen: Bürger des EU- und Schengenraumes ohne gültigen Impf- oder Infektionsnachweis müssen aber entweder in den Tagen vor oder spätestens bis zu 24 Stunden nach der Einreise einen Test machen. (dpa/fst)