Elektriker stehen wegen tödlichem Stromschlag vor Gericht

Antonio starb in Frankfurter Kita: Nach drei Jahren neue Erkenntnisse zu seinem Tod

Antonio stirbt damals an Stromschlag in seiner Kita.
Hier haben Freunde und Angehörige einen Platz, wo sie um Antonio (6) trauern können.
RTL

Antonio war 6 Jahre alt, als er beim Versteckspiel in seiner Kita im Frankfurter Stadtteil Seckbach starb. Der kleine Junge erlitt einen Stromschlag aus einer wohl nicht sorgfältig installierten Steckdose und erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Das tragische Unglück hat 2019 für Aufsehen gesorgt und bei der Mutter des 6-Jährigen eine große Lücke hinterlassen. In einem Interview sagte Antonios Mutter damals: „Diese Leute müssen bezahlen“. Und drei Jahre später erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage in dem Fall: Die verantwortlichen Elektriker müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Staatsanwaltschaft klagt drei Männer an

Knapp drei Jahre nach dem tödlichen Stromschlag in der Frankfurter Kita hat die Staatsanwaltschaft drei Elektriker wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung angeklagt. Einem 40-Jährigen und einem 45-Jährigen wird vorgeworfen, den Tod von Antonio verursacht zu haben. Bei Umbauarbeiten in der Kita, scheint eine Steckdose nicht ordnungsgemäß angebracht worden zu sein. So bekam der 6-Jährige bei dem Kontakt mit der Steckdose einen Stromschlag und starb kurze Zeit später.

Auch dem Inhaber der Elektronikfirma, der die Arbeit kontrolliert haben will, wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

So trauert Antonios Mutter

Nach dem Unglück im Jahr 2019 gab die Mutter des 6-Jährigen ein Interview und schilderte die letzten Minuten ihres Kindes: "Er ist mir schon elektrisiert in die Arme gesprungen. Ich wusste nicht, was passiert ist. Ich habe ihn hingelegt und der Krankenwagen ist gekommen".

An einem Dienstag wollte sie ihren Sohn aus der Kita abholen und musste mit ansehen, wie ihr sechsjähriger Junge starb. Wie immer habe sie mit ihrem Sohn Verstecken gespielt. Als er seiner Mutter aus einer Ecke in die Arme sprang, sah ein Mann ein blaues Licht aufblitzen und sie spürte, dass ihr Sohn elektrisiert war. Die offene Steckdose an der Wand habe sie erst danach gesehen, so die Mutter.

Jetzt spricht Antonios Mutter Nach Kita-Unglück
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Nach Kita-Unglück
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Unglück hätte verhindert werden können

Die Elektrofirma führte zwischen Mitte Juli und Ende August 2019 Modernisierungsarbeiten in der städtischen Kita aus. Dabei ist mutmaßlich eine Steckdose im Umkleidebereich fehlerhaft installiert worden. Dort versteckte sich Antonio am 29. Oktober 2019 spielerisch vor seiner Mutter und kam mit der Steckdose in Kontakt. Der kleine Antonio starb trotz sofortiger Reanimationsversuche.

Die Ermittler gehen davon aus,dass die Steckdose bei fachgerechter Installation und ordnungsgemäßer Kontrolle keinem Kind schaden zugefügt hätte. Als Elektrofachkräfte hätten die Beschuldigten die Einbaumängel erkennen und damit den Tod des Kindes vermeiden können.

Bei den Angeklagten handelt es sich um den 70-jährigen Besitzer der Elektrofirma und seine zwei Söhne. Der Prozess soll nun vor dem Amtsgericht stattfinden. (dpa/mle)