Sechsjähriger starb nach brutalem Angriff auf seinen Vater in Tirol

Eltern des ertrunkenen Leon setzten 30.000 Euro für Hinweise aus

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Der sechsjährige Leon ertrank in diesem Fluss in St. Johann in Tirol.

30.000 Euro Belohnung haben Leons Eltern für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters führen. Eine Rekord-Summe, die den Täter oder auch sein Umfeld zum Nachdenken anregen sollen. Und es ist auch der verzweifelte Versuch, die Todesumstände des sechsjährigen Jungen aufzuklären. Nachdem Leons Vater vor zwei Wochen in St. Johann mit einer Flasche bewusstlos geschlagen wurde, stieg der behinderte Junge aus seinem Kinderwagen, stürzte in den Fluss Ache und wurde eine Stunde später tot aufgefunden.

Tirol: Leons Eltern bieten Belohnung für entscheidende Hinweise

Noch immer tappt die Polizei in Tirol im Dunkeln. Auch zwei Wochen nach dem schrecklichen Überfall gebe es laut Polizei weiter keine Täterbeschreibung. Damit in den Fall wieder Bewegung kommt, veröffentlichen Leons Eltern nun einen Aufruf bei Facebook, der die Auslobung von 30.000 Euro beinhaltet – sollte der Täter geschnappt werden.

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Eltern des ertrunkenen Leon hoffen auf Hinweise
Mit diesem Aufruf bitten Leons Eltern um Hinweise. Das Gesicht des verstorbenen Jungen haben wir nachträglich unkenntlich gemacht.
facebook/leonandfriendsorg

Tirol: Sohn Leon (6) tot aufgefunden

Der kleine Leon litt an dem sogenannten Syngap-Syndrom – ein sehr seltener Gendefekt. Menschen wie Leon zeigen autistische Verhaltensweisen, erleiden mehrmals am Tag epileptische Anfälle und haben enorme Schlafstörungen.

Das ist auch der Grund, warum der Vater sehr regelmäßig mit seinem kleinen Sohn nachts unterwegs war. LKA-Leiterin Katja Tersch erklärt: „Das Kind hat eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Damit verbunden durchaus unruhige Nächte. Um das Kind zu beruhigen, ist der Vater mit ihm regelmäßig in der Nacht mit dem Auto spazieren gefahren oder eben auch spazieren gegangen.“

Sankt Johann in Tirol: In diesem Kinderwagen saß der Junge laut Polizei als sein Vater von hinten bewusstlos geschlagen wurde
Sankt Johann in Tirol: In diesem Kinderwagen saß der Junge laut Polizei als sein Vater von hinten bewusstlos geschlagen wurde
Georg Köchler, picture alliance
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Der Tathergang

Nach derzeitigen Erkenntnisstand war der Vater mit seinem Sohn in einem Kinderwagen um vier Uhr in der Nacht an der Redford-Promenade in Sankt Johann unterwegs.

„Im Bereich des Hauptschulsteges bei der Kitzbühler Ache dürfte sich dann von hinten ein bislang unbekannter Täter angenähert, und dem Mann einen gezielten und wuchtigen Schlag mit einer Flasche auf den Hinterkopf versetzt haben, worauf das Opfer zu Boden sackte und bewusstlos liegenblieb“, teilte die Polizei mit. Der unbekannte Täter soll das Mobiltelefon und die Geldbörse seines Opfers an sich genommen haben, bevor er vom Tatort floh.

Nachdem der bewusstlose Vater gegen 5:20 Uhr gefunden wurde, fragte er noch während der Ersten Hilfe nach dem Verbleib seines Sohnes. Sofort suchten Polizei und Feuerwehr nach dem Sechsjährigen. Gegen 06:20 Uhr sei das Kind in der Kitzbüheler Ache tot aufgefunden worden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Junge selbstständig aus dem Kinderwagen gestiegen sei und unbeabsichtigt in den Fluss stürzte. 600 Meter flussabwärts konnte er demnach nur noch tot geborgen werden.

Vater bewusstlos entdeckt - Sohn tot Furchtbare Tragödie in Tirol
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Furchtbare Tragödie in Tirol
Vater bewusstlos entdeckt - Sohn tot

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Ermittler finden geraubte Geldbörse und Handy

Leons Vater muss im Krankenhaus behnadelt werde. Sein Handy und die Geldbörse fanden die Ermittler in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Nach RTL-Informationen sollen offenbar Gegenstände aus dem Geldbeutel fehlen. Außerdem soll eine Flasche gefunden worden sein, die als Tatwaffe gedient haben könnte. Die Ermittlungen dazu laufen.

Der verstorbene Leon ist laut der Polizei österreichischer Staatsbürger aus dem Bezirk Kitzbühel. Es gebe keine Hinweise darauf, dass auf das Kind Gewalteinwirkung durch den unbekannten Täter ausgeübt worden sei, sagte LKA-Leiterin Katja Tersch der österreichischen Nachrichtenagentur APA. (kra)