Wann wird's mal endlich wieder günstiger?

Inflation, Energie- und Ukrainekrise: Experten befürchten weitere Preissteigerungen im Supermarkt

Gasmangellage wohl passè  - aber wirds jetzt günstiger? Gasmarkt
02:22 min
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Gasmangellage wohl passè - aber wirds jetzt günstiger?

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Das Jahr 2023 startet so, wie 2022 endete: teuer! Die aktuellen Krisen machen sich vor allem in unseren Geldbeuteln bemerkbar. Doch an den Märkten gehen die Preise für Erdgas, Öl und Strom deutlich runter. Ein Grund zur Freude? Egal ob es die Tankfüllung, die Nebenkosten der Wohnung oder der alltägliche Supermarkt-Einkauf ist – von den Preissenkungen bekommen wir aktuell noch nichts mit. Wie es mit den Gaspreisen weitergeht und wie Sie sparen können, erfahren Sie im Video!

Ist das Ende der hohen Preise in Sicht?

Die Preise an den Märkten entspannen sich - deutlich. Experten geben eine vorsichtige Entwarnung: Das Schlimmste sei überstanden. Vor allem die Gaspreise dürften weiter sinken. Der Grund: Die Gasspeicher sind so gut gefüllt, wie sonst nie zu Beginn eines Jahres. Im Januar 2021 waren die Speicher nur zu 58 Prozent, in diesem Jahr zu 91 Prozent gefüllt. Nicht nur unsere Einspar-Bemühungen haben dazu beigetragen, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller. Das milde Wetter habe sein Übriges getan.

Volle Speicher sorgen für Entspannung an den Gasmärkten. Auch wenn das Vor-Krieg-Preisniveau am Gasmarkt wohl nicht mehr erreicht werden kann, so teuer wie befürchtet werde es wohl nicht mehr. Für die Verbraucher gibt es Spar-Potenzial: Wer einen neuen Gasvertrag abschließen kann, sollte genau hinsehen und Preise vergleichen, raten Experten.

Preis-Explosion im Supermarkt: Kunden müssen mit dauerhaft hohen Preisen leben

Kein Aufatmen gibt es an der Supermarkt-Kasse - auch wenn die Inflationsratein diesem Jahr laut Experten zurückgehen dürfte. Die erwartete Inflation von fünf bis sechs Prozent sei trotzdem noch höher als Lohnerhöhungen der Arbeitnehmer. Das könnte 2023 zu einem deutlichen Kaufkraftverlust bei den Deutschen führen.

So heißt es für viele: Umdenken beim Einkauf im Supermarkt. Denn bei einem Blick in die Regale wird klar, von den gesunkenen Energie- und Produktionspreisen sieht man dort nichts. Immer mehr Verbraucher haben das Gefühl, dass sich bestimmte Hersteller oder Händler an Preissteigerungen bereichern. Auch die Verbraucherzentrale sieht die Preissteigerungen kritisch. Diese seien häufig weder gerechtfertigt noch nachvollziehbar.

Ein Ende der Preisexplosion? Das sei noch nicht in Sicht, so Preis-Experte Manuel Wätjen im Interview mit RTL/ntv. Die gestiegenen Produktionskosten seien laut seiner Einschätzung noch gar nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben. Die Preise werden also weiter steigen und die Konsumenten müssen in Zukunft ihr Einkaufsverhalten ändern, wenn sie sparen wollen.

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Super Rabatte und Preisschlacht? Fehlanzeige!

Wer hofft, den Geldbeutel zu entlasten und bei Angeboten und phänomenalen Rabatten zuschlagen zu können, wird enttäuscht sein. Eine Rabattschlacht können sich die Händler nicht mehr leisten, so Wätjen. Er rät zu einem generellen Umdenken beim Einkauf. Kunden sollten sich überlegen, ob sie zum Beispiel wirklich die Marken-Butter brauchen oder ob es auch die Supermarkt- oder Discounter-Eigenmarke sein kann.

Da Lebensmittel in naher Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht viel günstiger werden, können Sie mit diesen Tipps den Geldbeutel schonen:

  • Bei allen Produkten gilt: Vergleichen Sie immer die Kilo- oder Literpreise. Ein Produkt, das zunächst teurer erscheint, könnte auf das Kilo hochgerechnet doch günstiger sein!
  • Greifen Sie auch mal zu Produkten, die laut Mindesthaltbarkeitsdatum nur noch kurz haltbar sind. Sie sind oftmals noch länger genießbar und werden oft reduziert verkauft.
  • Erstellen Sie sich einen Essensplan: Wenn Sie mit einer Einkaufsliste in den Supermarkt gehen, reduziert das die Versuchung, teure Spontan-Käufe zu tätigen.

Ein Lichtblick könnte der Vorstoß von Agrarminister Cem Özdemir sein: Er fordert die Senkung der Mehrwertsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte auf null. Konkrete Pläne für die Umsetzung gibt es zwar noch keine, aber einen Befürworter für sein Vorhaben hat er schon: SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich zeigt sich für die Pläne des Agrarministers offen. Jedoch gibt es auch Kritik aus den Reihen der SPD: Parteichef Lars Klingbeil kritisiert, dass dadurch die Falschen entlastet würden. Die Ersparnis durch eine Mehrwertsteuer-Senkung könnte es Menschen mit geringem Einkommen ermöglichen, sich in Zukunft gesünder zu ernähren. Bei der aktuellen Preissituation würde diese Ersparnis aber sicherlich jeden freuen. (sso/dpa)

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