Bürgermeister hat Angst vor erneutem Lockdown

Sylt will sich eigenmächtig Corona-Lockerungen widersetzen

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel warnt über Facebook vor einem erneuten Lockdown
Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel warnt über Facebook vor einem erneuten Lockdown
© dpa, Carsten Rehder, reh sev sev gyd

26. Juli 2021 - 15:02 Uhr

Lockerungen sind Syltern zu locker

Die Corona-Regeln werden in Schleswig-Holstein gelockert. So muss man für das Betreten von Innenräumen in Restaurants künftig keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen. Doch diese Lockerung geht vielen Sylter Betrieben und Bewohnern zu weit. Nun überlegen sie, weiterhin über ihr Hausrecht an Corona-Tests festzuhalten. "Sehr viele auf Sylt sind gegen diese voreiligen Lockerungen, die ein großes Risiko bergen", postet Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, auf Facebook.

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Unterstützung vom Verband

Nicht nur der Bürgermeister appelliert zum Beibehalten der Testpflicht für anreisende Gäste. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) unterstützt "ausdrücklich" die freiwillige Beibehaltung der Testpflicht. "Handeln wir gemeinsam für eine sichere Insel, für ein niedriges Infektionsgeschehen und gegen einen erneuten Lockdown!", schreibt der Hotel- und Gaststättenverband am Sonntag auf Facebook.

Sorge mit Blick auf den Herbst

Viele Betriebe haben bereits ihre Bereitschaft zur Einhaltung der Testpflicht mitgeteilt, so Nikolas Häckel. Weiter sagt er jedoch auch: "Sicher, es werden nicht alle begeistert sein - es geht aber um unsere Gesundheit, um unser Sylt und um die Vermeidung eines weiteren lokalen Lockdowns."

Vergangene Wochen hat der DEHOGA Sylt gemeinsam mit Sylter Unternehmen in einem Brief an die Staatskanzlei die Lockerungen und Anpassungen grundsätzlich begrüßt. Weiter heißt es aber, dass mit der Änderung eine Risikoerhöhung einher gehe, die mit Blick auf den Herbst und die Ausbreitung der Delta-Variante "außerordentlich kritisch" bewertet werde. Die Testungen seien allseits akzeptiert und etabliert gewesen. "Diese nun gänzlich auszusetzen bzw. nur auf die Vorlage eines Tests bei der Anreise zu beschränken (...), sehen wir mit großer Sorge."

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