RTL-Spendenmarathon finanziert Container-Kindergarten

Kita-Neustart nach Flutkatastrophe: Geblieben sind nur Kinder, Freunde und die Erzieher

21. Oktober 2021 - 14:31 Uhr

Swisttal schwer von Flutkatastrophe betroffen

Auch 100 Tage nach der verheerenden Katastrophe sind die Bilder der Flut in Deutschland nicht vergessen. Für die Menschen in stark betroffenen Regionen ist es auch noch lange nicht vorbei. Noch immer stehen viele vor den Trümmern ihrer Existenz, haben kein eigenes Zuhause mehr. Und auch der Alltag wird weiterhin von dem Ausmaß des Hochwassers bestimmt. Doch die Ausnahmesituation zeigt auch, wie sehr Menschen zusammenhalten und Neues schaffen. Ein beeindruckendes Beispiel ist der Kindergarten "Quellenstrasse" in Swisttal.

Cornelia Ley ist die Vorsitzende der Elterninitiative Kita Quellenstraße in Swistal.
Cornelia Ley ist die Vorsitzende der Elterninitiative Kita Quellenstraße in Swistal.
© RTL

Kita "Quellenstrasse" in Swisttal komplett vom Hochwasser zerstört

Dank RTL-Spendenmarathon neue Kita in Swisttal.
Hier wird der Container aufgebaut, der als neue Kita "Quellenstraße" in Swisttal dient.
© RTL

Das Gebäude und das Gelände der Kita wurde vom Hochwasser komplett zerstört, das Wasser stand 1,40 Meter hoch. Die Räumlichkeiten waren nicht mehr nutzbar. "Für die Kinder wird alles anders sein. Sie haben ihr Spielzeug nicht mehr, sie haben ihre Möbel nicht mehr, sie haben ihre Gruppe nicht mehr, das Einzige, was geblieben ist, sind die Kinder, die Freunde und die Erzieher", sagt die Vorsitzende der Elterninitiative, Cornelia Ley, im RTL-Interview.

Wie viele andere hat sie in den vergangenen Wochen angepackt, wo es nur ging. Statt auf die Hilfe der Politik zu warten, krempelten Ley und die anderen Eltern selbst die Ärmel hoch. Als zwei Tage nach der Flut klar war, dass der alte Kindergarten nicht mehr betreten werden kann, wurde der Vorstand aktiv. "Wir haben nach anderen Grundstücken geschaut. Ein Mitglied im Vorstand hatte ein Grundstück und sprach direkt mit dem Eigentümer", so Ley. In der Nachbarschaft existierte bereits seit längerer Zeit ein Container-Kindergarten – die Idee war geboren. "Wir haben uns den Kindergarten direkt angeguckt, Kontakte zu Containerfirmen aufgebaut und in kürzester Zeit wirklich einen guten und schönen Kindergarten aufbauen können - alles mit Eigenleistung durch den Kindergartenvorstand, den Erziehern und der Kita-Leitung. Wenn wir Hilfe benötigt haben, waren die Eltern sofort da und haben uns unterstützt."

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Bauarbeiten in Swisttal in vollem Gange

Auch der RTL Spendenmarathon unterstützte den Aufbau des neuen Kindergartens finanziell, brachte Leitern, Stromaggregate und Essen für die Helfer vorbei. Insgesamt konnten sogar 48 Container finanziert werden.

100 Tage nach der Katastrophe sind die Bauarbeiten für die neuen vier Wände der vier Gruppen schon in vollem Gange. "Man merkt langsam, die Kinder brauchen ihren Alltag, ihre Freunde, der Kindergarten ist doch ihr zweites Zuhause. Wir hätten auch keine Alternative gehabt, so viele Kinder überhaupt unterzubringen", sagt Ley.

Aber jetzt ist ein Hoffnung da und sobald es Strom gibt, werden 90 Kita-Kinder einziehen können, wahrscheinlich im November – damit die Kinder nach so langer Zeit endlich wieder ein bisschen Normalität leben können. (mca/ mst)