Studie aus Israel

Impfstoff von Biontech schützt nicht so gut gegen Südafrika-Variante

Forscher aus Tel Aviv fanden Hinweise darauf, dass die südafrikanische Virusvariante den Impfschutz von Biontech/Pfizer durchbrechen kann.
Forscher aus Tel Aviv fanden Hinweise darauf, dass die südafrikanische Virusvariante den Impfschutz von Biontech/Pfizer durchbrechen kann.
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14. April 2021 - 11:16 Uhr

Mutante hat gewisse Resistenz gegen Biontech-Impfstoff

Geimpfte Menschen steckten sich überproportional oft mit der Corona-Variante B.1.351 aus Südafrika an. Das haben israelische Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Offenbar kann die südafrikanische Mutation den Impfschutz des Vakzins von Biontech/Pfizer durchbrechen.

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Vergleich der Daten von 400 Menschen

Die Studie verglich knapp 400 Menschen, die 14 Tage oder länger nach der Verabreichung von ein beziehungsweise zwei Impfdosen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, mit der gleichen Anzahl nicht-geimpfter Personen. Dabei stellte das Team der Universität Tel Aviv fest, dass es bei Menschen, die mit einer zweiten Dosis von Biontech/Pfizer geimpft wurden, unverhältnismäßig häufiger zu einer Infektion mit der südafrikanischen Variante B.1.351 kam als bei der nicht-geimpften Gruppe.

Bei den 150 Probanden, die sich trotz vollständigen Impfschutzes infizierten, war der Anteil der südafrikanischen Variante den Angaben zufolge acht Mal größer als bei den ungeimpften Probanden. "Das bedeutet, dass der Pfizer/Biontech-Impfstoff, obwohl er hochwirksam ist, wahrscheinlich nicht das gleiche Maß an Schutz gegen die südafrikanische Coronavirus-Variante bietet", erklärten die Forscher.

Eine Aussage über den Krankheitsverlauf der Betroffenen ist bisher nicht möglich. Es ist unklar, ob es sich um schwere Verläufe von Covid-19 handelte. Die Zahl der Geimpften, die sich mit B.1.351 infizierten, sei bislang zu gering, um eindeutige Aussagen treffen zu können.

Impfstoff ist dennoch hochwirksam

Im Februar hatten schon zwei Studien, die die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna im "New England Journal of Medicine" publiziert hatten, eine geringere Schutzwirkung der Impfstoffe gegen die südafrikanische Variante gezeigt. Die Zahl der gebildeten Antikörper war demnach geringer als bei anderen Virus-Varianten.

In Israel wurde bereits mehr als die Hälfte der 9,3 Millionen Einwohner zwei Mal mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin geimpft. Im März hatte eine Datenauswertung zur Corona-Impfkampagne in Israel ergeben, dass der Impfstoff zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis zu 97 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen schützt.

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Das Asthma-Medikament Budesonid soll das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt bei Covid-19 um 90 Prozent senken, sofern es kurz nach dem Start von Symptomen eingenommen werde. Das ergab eine Oxford-Studie, die Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Sonntag bei Twitter teilte. Welche Risiken das Medikament birgt und wie es jetzt im Kampf gegen Corona eingesetzt werden könnte, erklärt diese Web Story.

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