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Studie: Ältere Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie

Depressiven Symptome, mehr Einsamkeit, geringere Lebensqualität

Studie: Ältere Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie

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Die Studie aus England zeigt, dass ältere Menschen stark unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leiden.
imago stock&people, imago/Westend61

Mehr Einsamkeit und geringere Lebensqualität bei älteren Menschen

Ältere Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie. Eine Studie aus England zeigt jetzt, dass die Einschränkungen zu mehr depressiven Symptomen, mehr Einsamkeit und einer geringeren Lebensqualität geführt haben.

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Deutliche Zunahme depressiver Störungen in der zweiten Corona-Welle

Für die Langzeitstudie befragen Wissenschaftler vom University College in London seit 2002 Menschen über 50 Jahre zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit, zu Lebensqualität und Finanzen sowie zu ihrer Einstellung zum Alter. Die neuesten Ergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift „JAMA Psychiatry“ veröffentlicht wurden, zeigen: Die psychische Belastung in der zweiten Corona-Welle hat zugenommen. In dieser Zeit zeigte sich ein deutlicher Anstieg bezeichnender depressiver Symptome auf 28,5 Prozent. Vor der Pandemie lag die Zahl bei 12,5 Prozent, in der ersten Welle bei 22,6 Prozent.

Auch die Einsamkeit ist größer geworden. Erfragt wurde dieses Gefühl mit einer Skala von 1 bis 12 Punkten. Während der Wert vor der Pandemie bei 5,50 lag, verschlechterte er sich in der ersten Welle auf 5,65 und in der zweiten Welle weiter auf 5,75. Auch die Lebensqualität der Teilnehmer und deren Angstzustände haben sich durch die Pandemie verschlechtert.

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Studie: Frauen stärker betroffen als Männer

Die Studie zeigt, dass ältere Menschen stark unter der Pandemie leiden. Sowohl diejenigen, die in Alters- und Pflegeheimen leben, als auch diejenigen, die in ihrer eigenen Wohnung leben.

Frauen haben unter den Corona-Einschränkungen noch stärker gelitten als Männer. Bei ihnen kam es häufiger zu Einsamkeit und Angststörungen und zu einer stärkeren Verschlechterung der Lebensqualität. Depressionen haben bei Frauen und Männern gleichermaßen zugenommen.

Wohlhabende Senioren klagten über einen stärkeren Rückgang der Lebensqualität und über eine zunehmende Einsamkeit. Das könnte daran liegen, vermuten die Wissenschaftler, dass wohlhabende Menschen soziale und kulturelle Aktivitäten vor der Pandemie aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten häufiger nutzen konnten – und deswegen stärker von den Einschränkungen und dem Verbot betroffen waren. (sli)

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