Bayern und Baden-Württemberg üben scharfe Kritik

Streit ums 49-Euro-Ticket: Länder schieben Verzögerung auf Volker Wissing

ARCHIV - 28.10.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Ein Nahverkehrszug fährt über die neu gebaute Bahnstrecke zum Schweriner Hauptbahnhof (Aufnahme mit langer Belichtungszeit)(zu dpa: "Starttermin für 49-Euro-Ticket weiter offen - EVG rechnet mit
Im Streit über die Verzögerung bei der Einführung des 49-Euro-Tickets haben Bayern und Baden-Württemberg die Schuld daran Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gegeben.
jbu sab axs, dpa, Jens Büttner

Wann kommt es denn nun endlich? Das fragen sich viele Menschen in Deutschland, wenn es um das groß angekündigte 49-Euro-Ticket geht. Es geht für die Menschen um bares Geld – aber es gibt noch immer Streit. Jetzt schieben Bayern und Baden-Württemberg Verkehrsminister Volker Wissing den schwarzen Peter zu.

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Ältere oder Schulkinder: „Längst nicht alle Menschen haben ein Smartphone"

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „An uns Ländern liegt es nicht, dass sich das 49-Euro-Ticket verzögert.“ Die Länder seien bereit, die Verkehrsverbünde auch. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte dem „Münchner Merkur“: „Herr Wissing spricht zwar oft davon, dass das Deutschlandticket bald starten soll, ist aber immer noch viele Antworten schuldig.“ So habe der Bund die Fragen des Beihilferechts noch nicht abschließend mit der EU-Kommission geklärt.

Bayern lehnt außerdem Wissings Plan ab, das Ticket nur digital anzubieten. „Längst nicht alle Menschen haben ein Smartphone, das gilt für Ältere wie auch für kleine Schulkinder“, sagte Bernreiter (CSU) dem „Münchner Merkur“. Bernreiter forderte außerdem, bei der Aufteilung der Einnahmen aus dem Ticket müssten auch die kleineren Unternehmen im ländlichen Raum ihr Auskommen haben.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann sagte: „Wir sind verwundert, dass der Bundesverkehrsminister mit den Vorbereitungen nicht vorankommt. Schließlich wollte er selbst ja ursprünglich das 49-Euro-Ticket bereits zum Jahreswechsel einführen.“

Am Samstag hatte bereits Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer davor gewarnt, dass die für den 1. Mai geplante Einführung des bundesweiten Nahverkehrstickets in Gefahr sei. Das Bundesverkehrsministerium hingegen hatte zuletzt erklärt, für die Umsetzung des Tickets seien in erster Linie die für den ÖPNV zuständigen Länder und Verkehrsunternehmen zuständig. (dpa/eku)

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