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Streit um Corona-Impfstoffmangel: Lauterbach wehrt sich gegen Spahns Kritik

Bei Lanz - Streit um Impfstoff

Lauterbach kontert Spahn: "Ich wünschte, die Zahlen der Union wären richtig"

08.12.2021, Berlin: Karl Lauterbach (SPD, r), neuer Bundesminister für Gesundheit, steht bei einer Übergabezeremonie mit seinem Amtsvorgänger Jens Spahn (CDU) zusammen. Foto: Hannibal Hanschke/Reuters/Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Jetzt wehrt sich Jens Spahn gegen die Lauterbachs Vorwürfe
iva wst, dpa, Hannibal Hanschke

"Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen"

Es ist erst wenige Stunden her, dass der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit der alarmierenden Ansage überraschte, dass der Impfstoff schon bald knapp werden könnte. Nicht nur seine Länderkollegen waren daraufhin sehr verwundert. Sein Vorgänger Jens Spahn ließ aus seinem Büro verlauten: „Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen“. Jetzt kontert der neue Gesundheitsminister im ZDF-Jahresrückblick.

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Streit um Deutschlands Impfstofflager

„Ich wünschte, die Zahlen der Union wären richtig“, erklärt der Gesundheitsminister am Mittwochabend im Gespräch mit Markus Lanz. Auf das ganze Jahr gesehen sei zwar genug Impfstoff da, „aber nicht für die aktuelle Boosterkamapgne“. Deutschland könne in der nächsten Woche 1,2 Millionen Dosen Biontech ausgeliefert bekommen, weitere zwei Millionen sollen folgen, so Lauterbach. Aber die Ärzte würden mehr brauchen.

Nach Angaben der Union seien aktuell 10 Millionen Biontech- und 40 Millionen Moderna-Dosen vorhanden. Lauterbach spricht nach der Inventur allerdings von drei Millionen Dosen Biontech und 10 Millionen Moderna.

Genug Impfstoff für 34 Millionen Booster-Impfungen

ARCHIV - 04.09.2021, Hamburg: Markus Lanz, Moderator, spricht bei der Veranstaltung «Das Triell: Jan Böhmermann, Markus Lanz und Giovanni di Lorenzo über Macht und Ohnmacht des politischen Journalismus» im Michel (Hauptkirche Sankt Michaelis). (zu dp
Markus Lanz hat Lauterbach zum Jahresrückblick 2021 im ZDF eingeladen.
gwe tba pil exa flm, dpa, Georg Wendt

In einem Schreiben der Unionsfraktion von Mittwoch hatte der Gesundheitspolitische Sprecher Tino Sorge den neuen Gesundheitsminister offen angegriffen. „Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen – obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt.“ Es seien genug Impfdosen vorhanden, so Sorge.

Lese-Tipp: Lauterbach überrascht von Impfstoffmangel

Dass dieses Schreiben von Spahns Büro verschickt wurde, kann man dabei durchaus als Kampfansage an Lauterbach sehen.

Lese-Tipp: Ministerpräsident Weil – "Für Impfpflicht braucht es genug Impfstoff"

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Union verteidigt Spahn

Denn die Union belässt es nicht bei bloßen Worten, sondern untermauert ihre Aussagen mit Zahlen und Rekorden. In Deutschland werde so viel geimpft, wie nirgendwo sonst auf der Welt und erst kürzlich sei ein neuer Wochenrekord von 6,5 Millionen Impfungen aufgestellt worden, so die Union in dem Papier. „Das allerdings ist kein Verdienst von Karl Lauterbach, die Grundlage dafür wurde vorher gelegt.“

Lese-Tipp: NRW rudert zurück: Booster-Impfung nach vier Wochen nur in Einzelfällen

Klar, dass Sorge damit den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn meint. Und er geht auch ins Detail.

Es stünden bis Jahresende insgesamt 10,5 Millionen Impfdosen von Biontech und 40 Millionen Dosen von Moderna zur Verfügung. „Mithin also genug Impfstoff, um den 34 Millionen geimpften Erwachsenen, für die eine Booster-Impfung noch aussteht, kurzfristig ein entsprechendes
Angebot machen zu können“, so die Union. (sst/mor)

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