Das Stillen will einfach nicht klappen?

Stillberatung: Professionelle Hilfe bei Stillproblemen

Funktioniert das Füttern nur noch mit dem Fläschchen? Bei Stillproblemen kann es helfen, eine Stillberaterin zu rate zu ziehen.
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26. Oktober 2020 - 11:51 Uhr

Stillen: Nicht immer so einfach wie es aussieht

Eine Mutter sitzt selig lächelnd im Sonnenschein auf einem Weizenfeld und stillt ihr glücklich glucksendes Baby. Wenn das nur die Realität wäre! Stillen bedeutet in der Anfangszeit leider nur allzu oft wunde Brustwarzen, Saugverwirrung, Frust und Tränen. Dabei ist Muttermilch die beste Nahrung fürs Baby und deswegen wollen Sie auch nicht entnervt abstillen müssen. Eine Stillberatung kann die Schwierigkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Baby aus der Welt schaffen und dafür sorgen, dass Sie Ihr Kind so lange stillen können, wie Sie und Ihr Kind dies wollen.

Was ist eine Stillberatung?

Eine Stillberatung hilft weiter, wenn es Probleme beim Stillen gibt. Ganz gleich, worum es geht – hier arbeiten Fachleute, die für jedes Stillproblem die passende Lösung parat haben. Es handelt sich dabei um geschulte Fachkräfte, die beobachten, woran Stillprobleme liegen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln sie eine geeignete Lösung und zeigen Ihnen Hilfsmittel, mit denen Sie Ihr Baby einfacher stillen können.

Kein Problem wird dort nicht ernst genommen, denn die Stillberaterinnen sind daran interessiert, dass Ihr Baby die beste mögliche Nahrung bekommt – Ihre Muttermilch. Und das geht nur, wenn es Ihnen gut geht.

Die Stillberaterin – wann sie zu Rate gezogen werden kann

Manche Frauen nehmen ab dem ersten Lebenstag Ihres Kindes eine Stillberatung in Anspruch, denn sie wollen es richtig machen. Notwendig ist diese aber erst, wenn Sie wirklich Probleme beim Stillen haben. Erkennt das Baby die Brustwarze nicht? Saugt es die Brust nicht leer? Verschluckt es viel Luft und leidet dadurch an Blähungen? Haben Sie das Gefühl, das Baby wird nicht richtig satt? Leiden Sie häufig an Brustentzündungen oder schmerzen die Brustwarzen ständig? Oder fühlen Sie sich beim Stillen einfach nicht wohl, wollen deswegen aber auch nicht gleich abstillen? All das sind gute Gründe, eine Stillberatung aufzusuchen.

Die verschiedenen Anbieter der Stillberatung

Wenn Sie eine Stillberatung brauchen, gibt es viele Stellen, die Sie an diese vermitteln können:

  • Jugendamt des Wohnortes
  • die Nachsorgehebamme
  • das Entbindungskrankenhaus
  • Familienberatungsstellen

Dabei handelt es sich bei den Stillberatern oftmals um Krankenschwestern, Hebammen, Ärzte oder anderweitig geschulte Fachleute, die Ihnen bei Ihren Problemen behilflich sein können. Auch viele Krankenhäuser oder städtische Einrichtungen bieten sogenannte Stillgruppen an, in denen im Rahmen einer sich regelmäßig treffenden Gruppe hilfreiche Tipps vermittelt werden können. Schauen Sie am Besten in Ihrer Umgebung nach, was für Sie davon in Frage kommt.

Was kostet eine Stillberatung?

Die Kosten für eine Stillberatung sind davon abhängig, an wen Sie sich wenden. Es gibt sehr gute und qualifizierte ehrenamtliche Beratungsstellen, die Ihnen kostenlos weiterhelfen können. Dort können Sie natürlich auch spenden, um die Organisation zu unterstützen. Auf diese Weise arbeiten beispielsweise die ehrenamtlichen Stillberaterinnen bei La Leche Liga.

Sie bekommen von der Organisation die Telefonnummer einer freien Stillberaterin genannt, die auf jede Ihrer Fragen eingeht. La Leche Liga bietet nicht nur kostenlose Stillberatung, sondern organisiert Stillgruppen, stellt Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und das Stillen bereit und vermittelt auch direkten Kontakt zu Stillberaterinnen in der Nähe der Familie.

Können die Kosten für die Stillberatung übernommen werden?

Nicht alle Stillberaterinnen arbeiten ehrenamtlich. Solange Sie von einer Nachsorgehebamme besucht werden, wird auch die Stillberatung durch diese von den Krankenkassen übernommen. Meistens treten Stillprobleme aber erst dann auf, wenn die Hebamme nicht mehr kommt – ab dann müssen Sie die Kosten in der Regel selbst tragen.

Fragen Sie dennoch nach, rechnen Sie jedoch damit, die Kosten selbst tragen zu müssen. Sie können auch eine ehrenamtliche Stillberaterin suchen, der Sie mit einer Spende an ihre Organisation danken können, wenn Sie Ihr Baby wieder problemlos stillen können. Auch diese leisten sehr gute Dienste und können Abhilfe schaffen.