Ist damit das Wirrwarr um die vierte Impfung beendet?

Stiko-Beschlussentwurf: 4. Impfung allen ab 60 Jahren empfohlen

Straßenschilder mit den Aufschriften Herbstwelle und Vierte Impfung
Kann die Herbstwelle durch eine vierte Impfung vermieden werden?
cq, action press, ActionPress

Gesundheitsminister Karl Lauterbach musste in den vergangenen Tagen immer wieder harsche Kritik anhören. Nicht ganz zu Unrecht: Denn nach diversen unsortierten Äußerungen zur 4. Impfung haben sich viele Menschen gefragt: Soll ich jetzt auch - oder brauche ich nicht? Auch die Stiko fühlte sich wieder politisch überrannt. Laut „BILD“-Informationen wird sie ihre bisherige Empfehlung für die 2. Auffrischung jetzt aber tatsächlich nach unten verändern.

Lauterbach machte in Sachen 2. Booster medialen Aufschlag

Laut der Ständigen Impfkomission (Stiko) war die wissenschaftliche Lage bislang: Wer über 70 Jahre alt ist oder zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich am besten sofort ein viertes Mal gegen Corona impfen lassen. Alle anderen können gerne damit warten. Mitte Juli aber machte Karl Lauterbach in Sachen 2. Booster einen neuen Aufschlag: Im „Spiegel“-Interview sagte er: Wer den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen wolle, dem sei „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt“ auch als Jüngeren eine weitere Impfung zu empfehlen.

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ALLE ab 60 - und ab 5 Jahre die besonders Gefährdeten

Laut „BILD“ liegt bei der Stiko nun eine neue Empfehlung als Beschlussentwurf vor – die wegen des Wirrwarrs von vielen Verantwortlichen im Gesundheitswesen auch dringend erwartet wird. Und laut dieser Beschlussentwurf will die Stiko jetzt ALLEN Personen im Alter von 60 bis 69 Jahren die vierte Coronaimpfung (zweite Auffrischungsimpfung) empfehlen.

Bedingung für den vierten Piks soll sein: Die erste Auffrischungsimpfung oder die letzte Coronainfektion muss mindestens sechs Monate her sein – nur in „begründeten Einzelfällen“ könne der Abstand „auf vier Monate reduziert werden.“

Aber auch Personen im Alter ab 5 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, zum Beispiel Immundefizienz, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, soll die Viertimpfung demnach empfohlen werden.

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Nicht auf Omikron-Impfstoff warten

Die Stiko empfiehlt dabei ausdrücklich, nicht auf einen angepassten Omikron-Impfstoff zu warten. Mit der Zweiten-Auffrischungs-Impfung-Kampagne sollte „ab Mitte September begonnen werden“, „um einen optimalen Schutz im kommenden Herbst bzw. Winter zu erzielen“, so heißt es in dem Papier, das der Zeitung vorliegt. Auch eine 5. Impfung sei bei älteren Menschen wahrscheinlich sinnvoll – wegen der nachlassenden Leistungsfähigkeit des Immunsystems.

Das RKI wollte die Inhalte aus dem „Beschlussentwurf der Stiko zur 21. Aktualisierung der Covid-19-Impfempfehlung“ RTL gegenüber weder bestätigen noch kommentieren und verweist auf die Vertraulichkeit des Entwurfes. Entwürfe würden „vom RKI auch generell nicht weitergegeben“, so RKI-Pressesprecherin Susanne Glasmacher. (ija)

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