Da müssen wir erstmal schlucken

Stiftung Warentest checkt stilles Mineralwasser: Schlechte Noten für Bio-Produkte

26. Juni 2019 - 17:22 Uhr

32 Sorten überprüft - die Hälfte ist nicht zu empfehlen

Dieses Test-Ergebnis ist überhaupt nicht prickelnd: Beim großen Stiftung-Warentest-Vergleich von Mineralwasser ohne Kohlensäure hat sich gezeigt, dass die Hälfte der 32 gecheckten Sorten mit Keimen, Verunreinigungen oder kritischen Stoffen belastet ist (Heft 07/2019). Überraschenderweise schnitten ausgerechnet jene mit Bio-Logo besonders mies ab.

Enttäuschende Noten für 17 Test-Kandidaten

In Deutschland wird stilles Mineralwasser immer beliebter. 2018 stieg der Umsatz von kohlensäurefreien Wässern um 14 Prozent. Sie sind für viele Menschen bekömmlicher, jedoch auch anfälliger für Keime, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt (hier geht's zu den kompletten Ergebnissen). So erhielten im aktuellen Test 17 stille Wasser lediglich die Note "befriedigend" oder schlechter. Zwei Bio-Mineralwässer schnitten besonders mies ab. Im Video zeigen wir, wie Mineralwasser bei unseren Testpersonen ankommt.

Stille Wasser aus dem Norden und Osten sind offenbar besonders gut

Bemerkenswerterweise erhielten günstige Mineralwässer aus dem Norden und Osten eine besonders gute Testnote. Darunter befindet sich beispielsweise das "Quellbrunn Naturell" für 0,19 Euro pro Flasche von Aldi Nord. Alle drei Testsieger sind mit 0,13 Euro pro Liter sehr preisgünstig und wurden mit der Gesamtnote "gut" bewertet. Bundesweit am besten abgeschnitten hat das Wasser von Adelholzener* für 0,50 Euro pro Flasche (0,67 Euro pro Liter).

Spezielle Baby-Wasser hält Stiftung Warentest für überflüssig

Ein vergleichsweise hoher Preis und ein vertrauenswürdiges Bio-Logo schützen den Verbraucher laut Untersuchungsergebnissen nicht vor schlechter Qualität. Zweimal vergab "Stiftung Warentest" die Note "mangelhaft". In der "Rheinsberger Preussenquelle" fanden die Tester extrem viele Keime, die für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden können. Besonders schlecht schnitt auch das "Biokristall"-Wasser für stolze 1,41 Euro pro Liter ab. Neben Bakterien fanden die Produkttester hier auch Radium. Dabei handelt es sich um einen radioaktiven Stoff, der sich in dem Produkt in seiner Konzentration deutlich über dem zugelassenen Grenzwert für Bio-Mineralwässer befindet.

Gesundheitlich bedenklich ist dies jedoch laut den Experten nicht: Die Strahlenbelastung aus Kosmos, Boden und Wasser wird durch das Trinken des Wassers lediglich leicht erhöht. Von den sechs getesteten Bio-Wassern wurde lediglich das von "Ensinger" für 0,73 Euro pro Flasche für gut befunden. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass auch die Qualitätsanforderungen für Bio-Mineralwässer höher sind, als dies bei konventionellen der Fall ist.

Spezielle Baby-Wasser hält "Stiftung Warentest" übrigens für überflüssig, da hierbei dieselben strengen Regelungen der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung gelten. Diese Mineralwässer kamen über die Note "befriedigend" nicht hinaus. Zudem fanden die Tester in zwei stillen Wassern für Säuglinge Pestizide, darunter bei "Babylove" von dm. Dennoch: Schädlich sind auch die schlechter bewerteten Mineralwässer nicht für Babys.

Im Test von "Stiftung Warentest" zeigte sich auch, dass die Mineralstoffe oftmals nur in geringer Anzahl vorhanden sind. 13 Mineralwässer haben ihren Namen nicht verdient, denn der Mineralstoffgehalt liegt unter dem Durchschnitt von 350 Milligramm pro Liter. Zum Vergleich: Das Trinkwasser in Frankfurt (Main) enthält mit 572 Milligramm pro Liter wesentlich mehr Mineralstoffe. Lediglich "Contrex" und "Extaler" (beide "gut") überzeugten diesbezüglich die Produkttester.

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.