Stulle de luxe aus ToastscheibenSandwich von Sterneküchen – bei „Feinripp und Gold“ in Köln gibt es mehr als nur Butterbrot

von Niklas Bönsch

In Köln zeigen zwei Köche aus der Sterne-Gastronomie, wie aus einem einfachen Sandwich ein vollwertiges Tellergericht wird. Ihr Laden „Feinripp und Gold“ setzt auf beste Zutaten und viel Handwerk. Das Konzept scheint aufzugehen. Am Wochenende sorgt es für lange Schlangen vor der Tür.

Vom Fine Dining zum „Feinripp“

Fleischbällchen in Tomatensoße mit Parmesan und Schmorzwiebeln, gezupftes Rind mit Trüffel-Mayonnaise und Cheddar oder Hühnchen mit Tamarinden-Mayo und geräuchertem Blumenkohl: Was zwischen zwei Brotscheiben landet, ist mehr als ein Snack. Genau das wollen Grischa Herbig und Caspar Krings in Köln zeigen. Das klassische Butterbrot mögen sie zwar, finden es aber zu langweilig. Mit den besten Zutaten könnten sie „geile Produkte“ machen, sagen sie. Kennengelernt haben sich beide in einem Kölner Sternerestaurant, Krings als Azubi mit Sandwich-Laden-Traum, Herbig als Küchenchef. Als Herbig Vater wurde, suchte er ein gastronomisches Konzept, das weniger als zwölf Stunden Arbeit pro Tag bedeutet – und dennoch seinen Qualitätsanspruch erfüllt. Das Ergebnis: das „Feinripp und Gold“. Der Name spielt auf Krings‘ Unterhemd, seine Goldkette und das goldbraune Toastmuster an.

Handwerk wie im Sternerestaurant

Auch ohne Stern über der Tür bleibt der Anspruch hoch. Das Brot kommt von kleinen Bäckereien, viele Produkte stammen aus der Region, Saucen und Komponenten werden selbst gekocht. Gäste berichten, es schmecke, als wäre alles frisch selbst gemacht. Besonders im Gedächtnis bleiben Details wie geröstete Cashewkerne oder intensive Saucen. Für viele ein Zeichen, dass hier mit hochwertigen Produkten gearbeitet wird. Fünf feste Varianten stehen auf der Karte, drei mit Fleisch, zwei vegetarisch, dazu ein monatliches Special.

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Preis, Nachfrage und Geduld

Günstig ist das Konzept nicht: Bis zu knapp siebzehn Euro kostet ein Sandwich. Reservieren kann man nicht, und wer am Wochenende vorbeikommt, braucht Zeit. Die Betreiber setzen bewusst auf Klasse statt Masse und kalkulieren ihre Preise mit Blick auf Einkauf, Handarbeit und Personal. Für alle, die ihre Sandwiches zu Hause verbessern wollen, hat Caspar Krings klare Ratschläge: Zuerst ein gutes Brot wählen; eines, mit dem man sich wohlfühlt. Dann eine kräftige Basis, etwa eine Mayonnaise, „gepimpt“ mit Pesto oder etwas Schärfe. Wichtig sei eine klare Hauptkomponente und zum Schluss Frische durch Salat oder knackiges Gemüse.