RTL-Verbraucherexperte gibt Tipps

Gas wird teurer: Soll ich die Abschläge von allein erhöhen?

Heizung mit Geldscheinen
Heizen wird teurer, so viel ist klar: Sollten wir hohen Nachzahlungen vorbeugen und die Abschläge für Gas selbst erhöhen?
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von Anna Kriller

Gas wird teurer, das wissen wir spätestens, seit viele Verbraucher es schwarz auf weiß vor sich haben: Wie Rheinenergie letzte Woche angekündigt hat, erhöht der Energie-Riese seine Gaspreise ab dem 1. Oktober 2022. Die Kilowattstunde Erdgas soll demnach von im Moment 7,87 auf 18,30 Cent steigen – eine Erhöhung um satte 133 Prozent. Auch andere Versorger haben ihre Gaspreise bereits angepasst. Für Verbraucher bedeutet das: Höhere Abschläge zahlen, damit es bei der Abrechnung nicht zu horrenden Nachzahlungen kommt. Viele Verbraucher wurden bereits von ihrem Versorger über die gestiegenen Preise und dadurch höhere Abschläge informiert. Doch was sollte man tun, wenn man keine Post vom Vermieter oder vom Versorger bekommen hat? RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss gibt Tipps.

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Sie haben noch keine Post von Ihrem Gas-Versorger bekommen? Das sollten Sie tun

„Wer noch keinen Brief bekommen hat, sollte hier noch einige Tage Geduld haben“, erklärt RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss auf Nachfrage von RTL. „Bitte checken Sie aber auch Ihr E-Mail-Fach, insbesondere den Spam-Ordner. Wenn Sie mit dem Energieversorger vereinbart haben, dass die Kommunikation auch digital erfolgen darf, könnte auch hier das entsprechende Schreiben vorliegen.“

Wer in den nächsten Tagen noch keine Informationen bekommen hat, sollte aber einmal beim Versorger nachfragen, empfiehlt Perduss. „Sollten Sie keinen direkten Vertrag mit dem Energieversorger haben und Ihr Vermieter von der Erhöhung betroffen sein, so wird die Umlage auf Sie noch deutlich länger dauern.“

Der Grund: „Betriebskostenvorauszahlungen können nur nach der Abrechnung eines Zeitraums erhöht werden. Die gestiegenen Energiepreise in 2022 werden sich also erst in der Abrechnung im kommenden Jahr niederschlagen. Erst dann kann Ihr Vermieter die Vorauszahlungen erhöhen. In so einer besonderen Situation kann es aber Sinn machen, sich schon vor der Abrechnung auf eine neue Vorauszahlung zu einigen“, erklärt der Verbraucherexperte weiter.

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Sollten Gas-Kunden selbst aktiv werden und einen höheren Abschlag vereinbaren?

„Ich empfehle hier eher, die zu erwartenden höheren Kosten zur Seite zu legen und das Schreiben des Versorgers abzuwarten“, so Perduss. „Je Quadratmeter Wohnfläche würde ich aktuell empfehlen, mindestens 1,50 Euro – besser 2,00 Euro – zur Seite zu legen. Denken Sie auch an die Gasumlage, die auf alle Verbraucher und Verbraucherinnen, die Gas beziehen, ab Oktober 2022 zusätzlich auf Sie zukommt. Der genaue Betrag wird noch im August festgelegt.“