Alarm vom Bundesinstitut für RisikobewertungSchimmelpilz im Mandeldrink? Behörde warnt vor Krebs-Risiko für kleine Kinder

Das Bundesinstitut für Risikobewertung findet in 31 von 39 Mandeldrinks einen krebserregenden Schimmelpilz. (Symbolbild)
Das Bundesinstitut für Risikobewertung findet in 31 von 39 Mandeldrinks einen krebserregenden Schimmelpilz. (Symbolbild)
picture alliance / imageBROKER | Marina Komrakova

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Was viele als gesunde Alternative zur Kuhmilch kaufen, könnte vor allem für kleine Kinder riskant sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) findet in zahlreichen Produkten ein gefährliches Schimmelpilzgift – mit brisanten Folgen.

31 von 39 Mandeldrinks betroffen

Die Experten untersuchen 162 handelsübliche Hafer-, Mandel- und Sojadrinks im Labor. Das Ergebnis erschüttert: In 31 von 39 Mandelsdrinks steckt das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1. Und dieses Gift könne Krebs durch Veränderungen im Erbgut verursachen, so das Institut. Es gebe keinen Grenzwert, unter dem Entwarnung gegeben werden kann. Der Verzehr dieser Mandeldrinks könne bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren ein gesundheitliches Risiko darstellen. Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen stuft das BfR als „mittel” ein.

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Auch Soja- und Haferdrinks belastet

In 33 von 39 Mandeldrinks und auch 23 von 29 Sojadrinks weisen die Fachleute Ochratoxin A nach, ein giftiges Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen – allerdings in sehr geringen Mengen. Hier sieht das Bundesinstitut den Verzehr durch Kinder als „wenig bedenklich” an. In einem speziellen Produkt allerdings werden die Pflanzengifte Atropin und Scopolamin in so extremen Mengen gefunden, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen in Betracht gezogen werden müssen.

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Bei Haferdrinks finden die Prüfer in 67 von 86 Produkten das Gift Deoxynivalenol. Gesundheitliche Beeinträchtigungen nach dem Verzehr seien „unwahrscheinlich“, heißt es. In allen untersuchten Haferdrinks stecken T-2- und HT-2-Toxine. Die Behörde stuft auch hier mögliche Beeinträchtigungen als „wenig wahrscheinlich” ein, warnt aber: Wenn Kinder zusätzlich viele andere Haferprodukte wie Flocken oder Müsli essen, könne sich die Gesamtaufnahme erhöhen.

Was Eltern jetzt wissen müssen

Für die Bewertung greift das BfR auf Daten zum Kuhmilch-Konsum zurück, denn wie viele Pflanzendrinks kleine Kinder tatsächlich trinken, ist bisher kaum erforscht. Zudem gehen die Berechnungen davon aus, dass jeweils nur eine Sorte Pflanzendrink Kuhmilch ersetzt. In der Realität mischen viele Familien jedoch verschiedene Produkte.

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Das Institut betont außerdem: Schimmelpilzgifte kommen auch in anderen Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Gemüse, Nüssen oder Kakao vor. Eine vielfältige und abwechslungsreiche Ernährung helfe, die Aufnahme unerwünschter Stoffe möglichst gering zu halten. (nha)

Verwendete Quellen: dpa