"Eine Frage von Fairness"

Impfprämien von 50 Euro? Gesundheitsminister Spahn lehnt das ab

18. September 2021 - 16:01 Uhr

Arbeitgeberpräsident für Geldprämie als Impfanreiz

Sollten die Noch-Nichtgeimpften mit Geld gelockt werden? Die alte Debatte ist neu entfacht. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine solche Geldprämie als Impfanreiz vorstellen, wie er jetzt in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" sagte. Gesundheitsminister Jens Spahn lehnt das aber weiter ab: Das sei eine Frage von Fairness gegenüber den bereits Geimpften.

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Spahn: "Was sagen denn die 55 Millionen dazu, die schon geimpft sind?"

"Ich finde die Frage spannend, was denn die 55 Millionen dazu sagen, die schon geimpft sind, die sich einen Termin besorgt haben, die mögliche Impfreaktionen in Kauf genommen haben, um sich und andere zu schützen", so Spahn in einem RTL-Interview.

Er verstehe den Ansatz dahinter und fände es auch gut, dass Unternehmen, Einzelhändler etc Rabattaktionen anbieten. "Das ist gut und richtig, das kann man meinetwegen auch gerne steuerlich fördern", so Spahn weiter. Er würde gerne "Herrn Scholz einen entsprechenden Vorschlag machen." Aber staatliche Prämien seien auch eine Frage von Fairness.

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Arbeitgeberpräsident sieht Prämien mit regionalen Angeboten

Der Arbeitgeberpräsident hatte im Interview vorgeschlagen: "Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren."

Die Corona-Impfkampagne stockt bereits seit einiger Zeit, Grund ist die mangelnde Nachfrage in der Bevölkerung. Niedrigschwellige Angebote wie Impfungen auf Supermarktparkplätzen sollen die Impfquote erhöhen, zum Teil wird zum Beispiel auch mit Freifahrten oder Bratwürsten geworben. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hatte sich zuletzt für eine Impfprämie von 50 Euro ausgesprochen. (eku/dpa)

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