Tipps vom Kfz-Mechaniker

Sommerreifen: Räder am Auto ganz einfach selbst wechseln

01. April 2020 - 12:37 Uhr

Ostern bis Oktober ist Zeit für Sommerreifen

Die alte Reifenwechsel-Regel lautet: Von Ostern bis Oktober ist die Zeit für Sommereifen. Und da das Osterfest bald vor der Tür steht, ploppt allmählich das leidige Thema Reifenwechsel auf. Wegen Corona wird es für Autofahrer dieses Jahr sicher nicht so einfach, in Scharen die Autowerkstätten anzufahren. In Bayern ist Reifenwechsel in einer Werkstatt verboten - wegen der Ausgangssperre. In anderen Bundesländern gilt diese Einschränkung nicht, dennoch arbeiten auch Automechaniker nur mit 2 Meter Abstand und dürfen nur eine bestimmte Anzahl an Kunden in die Werkstätten lassen. Die Gefahr langer Wartezeiten an der Reifenwechselstation ist dieses Jahr also vorprogrammiert. Deswegen hat unsere Reporterin, übrigens schon vor der Corona-Krise, eine Werkstatt besucht und sich mal zeigen lassen, wie der Selfmade-Reifenwechsel zu Hause so geht. Tipps und Tricks, sehen Sie im Video.

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So einfach kann jeder die Reifen wechseln:

Fester Grund und richtige Punkte
Für einen Reifenwechsel in Eigenregie suchen Autobesitzer einen festen, ebenen Grund (einen Reifen-Vergleich finden Sie hier). Auf Kopfsteinpflaster oder einer abschüssigen Straße könnten Wagenheber einklappen, warnt der Tüv Thüringen. Dann drohen schwere Verletzungen und Beschädigungen an Radaufhängungen oder Schwellern. Der Wagenheber darf nicht verkanten und sollte nur an den dafür vorgesehenen Stellen angesetzt werden, die für die auftretenden Kräfte ausgelegt sind. Wo sich die Aufnahmepunkte befinden, ist je nach Fahrzeug verschieden. Im Zweifel müssen Fahrer in der Betriebsanleitung nachsehen.

Drehmoment kontrollieren
​Auch mit einem einfachen Radkreuz lassen sich die Reifen montieren. Empfehlenswert ist aus Sicht des ADAC aber ein Drehmomentschlüssel (erfahren Sie hier, welche Modelle empfehlenswert sind). Dieser lässt sich präzise einstellen, sodass die Schrauben nicht überdreht aber zugleich nicht zu leicht angezogen werden. Ein Blick ins Betriebsheft verrät, mit viel Kraft Radmuttern festgedreht werden dürfen. Nach 50 Kilometern sollte man prüfen, ob sie weiterhin festsitzen, raten die Experten.

Auf das Alter der Reifen achten

Keine alten Reifen kaufen
​Älter als drei Jahre sollten gekaufte Reifen nach Angaben des ADAC nicht sein. Frischer Reifengummi hatte bei Tests des Autoclubs die beste Haftung. Wann der Reifen hergestellt wurde, lässt sich an einem vierstelligen Zahlencode, meist in einem Oval, am Ende der DOT-Nummer an der Reifenflanke erkennen. Die ersten zwei Ziffern nennen die Woche, die letzten zwei Ziffern das Herstellungsjahr. Im Fachhandel lässt sich das gut selbst prüfen. Wer online kauft, der sollte bei der Auftragserteilung darauf hinweisen, dass er Reifen möchte, die maximal ein gewisses Alter aufweisen.

Wann sich Ganzjahresreifen als Alternative anbieten

Ganzjahresreifen für Wenigfahrer
Der Reifenwechsel zweimal im Jahr kann nerven. Warum also nicht zu Ganzjahresreifen greifen? Wer in einer stadtnahen Flachlandregion ohne harten Winter lebt, kann laut Tüv Süd darüber nachdenken. Eine Option sind die Reifen außerdem für Fahrer, die wenig unterwegs sind. Gebiete mit vielen Steigungen jedoch, auch städtische wie Stuttgart, verlangen im Winter nach Winterreifen. Denn bei Matsch und Schnee spielen die ihre Vorteile aus. Auf Eis dagegen schlagen sich die Ganzjahresreifen generell nicht schlechter

Winterräder liegend lagern
​Wer seine Reifen in der Werkstatt wechseln lässt, kann sie gegen Gebühr oft gleich bis zum Frühjahr einlagern lassen. Wenn Autofahrer sie selbst einlagern, sollten sie einen trockenen, kühlen und dunklen Ort wählen. Direktes Sonnenlicht und schwankende Temperaturen könnten den Pneus schaden, erläutert der Tüv Thüringen. Bleiben die Reifen auf den Felgen, können sie liegend übereinander gestapelt werden. Alternativ bietet sich ein Felgenbaum oder eine Wandhalterung an. Reifen solo, also ohne Felge, überwintern am besten stehend. Dann sollten Autofahrer sie etwa einmal monatlich um etwa ein Viertel drehen, um Standschäden zu vermeiden.

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