"Es geht ihm gar nicht gut"

3-Jähriger schwer an Corona erkrankt - Appell seiner Mutter: "Bitte nehmt das Virus ernst!"

Seit der 3-jährige Junge an Covid-19 erkrankt ist, fühlt er sich müde und kraftlos. Seine Mutter erkennt ihn nicht wieder.
© Privat

24. November 2020 - 9:44 Uhr

Seit zwanzig Tagen in Quarantäne – und immer noch schwer krank

Wie fühlt es sich an, wenn ein Kleinkind an einer Covid-19-Infektion erkrankt? Eine Familie in Österreich erleidet diese Situation seit zwanzig Tagen. Der kleine Sohn steckte sich wahrscheinlich im Kindergarten an und ist seither zuhause in Quarantäne. Und der 3-Jährige ist immer noch nicht gesund. "Er hat Müdigkeitsanfälle, Schweißausbrüche. Sein Körper kämpft und das Immunsystem wehrt sich", so schildert es seine Mutter im Interview mit RTL. Sie will, dass die Menschen das Virus weiter ernst nehmen.

Fieber, Gliederschmerzen, Ausschlag, Schweißausbrüche

In der Quarantäne durfte der 3-Jährige das Haus und den Garten nicht verlassen. Kein Kindergarten, kein Spielen mit Freunden.
In der Quarantäne durfte der 3-Jährige das Haus und den Garten nicht verlassen. Kein Kindergarten, kein Spielen mit Freunden.
© Privat

Am 1. November hatte der kleine Junge plötzlich Fieber und konnte nicht schlafen. Seine Eltern nahmen die Symptome ernst. Und es kam noch schlimmer. Die 40-jährige Mutter des Jungen erinnert sich: "Auf dem Höhepunkt kam alles zusammen. Einmal Gliederschmerzen, dann Kopfweh, Bauchweh, Ausschlag und Schweißausbrüche und extreme Müdigkeit." Dazu litt der Kleine unter starkem Husten und Schnupfen. Wenige Tage darauf kam die Bestätigung aus dem Kindergarten, dass zwei andere Verdachtsfälle tatsächlich an Corona erkrankt waren. Und auch bei dem 3-Jährigen war das Testergebnis prompt positiv!

"Sobald er mit dem Ball spielt, geht ihm schon die Luft aus."

Der kleine Junge, der bald seinen vierten Geburtstag feiert, lebt mit seiner Mutter und ihrem Mann in Bleiburg, im österreichischen Bundesland Kärnten. Zuerst hat die 40-Jährige dem Lokalnachrichtenportal "5 Minuten" ihre Geschichte erzählt. Die Familie möchte jedoch anonym bleiben, aus Angst vor Anfeindungen von Menschen, die Corona nicht ernst nehmen wollen. Dabei haben das Paar und ihr kleiner Sohn in den vergangenen Wochen am eigenen Leib erlebt, wie schlimm sich die Viruserkrankung anfühlt. Der Junge ist kaum wiederzuerkennen. Normalerweise ist er ein wahres Energiebündel. Jetzt erlebt ihn seine Mutter schnell erschöpft: "Er kriegt Kurzatmung. Sobald er mit dem Ball spielt, geht ihm schon die Luft aus. Dann muss er sich müde hinsetzen. Und wenn er viel redet, dann kriegt er Schnappatmung." Und auch andere Symptome quälen das Kleinkind immer noch. "Gestern hat er wieder über Bauchweh gejammert, und er hatte Durchfall", erzählt die 40-Jährige besorgt. Ihr Fazit, mit dem sie andere vor Verharmlosung des Corona-Virus warnen will: "Mit Erkältung oder Grippe kann man das nicht vergleichen!"

"Er hat nie gefragt, ob er raus darf"

Wie zu erwarten, haben sich auch die Mutter und ihr Mann bei ihrem Kleinen mit Corona angesteckt, zum Glück aber nur mit leichtem Krankheitsverlauf. In der Quarantäne durfte der Kleine sich nur im Haus und im Garten aufhalten. "Für seine nicht mal 4 Jahre versteht er schon recht gut, dass er nicht raus darf" lobt ihn seine Mama. "Er hat nie gefragt. Sonst hat er oft gefragt, ob wir einkaufen gehen können."

Er vermisst jedoch seinen großen Bruder sehr. Der 6-Jährige war an dem Wochenende, an dem sein kleinerer Bruder erkrankte, bei seinem leiblichen Vater, dem Ex-Ehemann der Mutter. Bei ihm hat der 6-Jährige nun zur Sicherheit die ganze Zeit gewohnt. Nur manchmal kamen die beiden auf Besuch – blieben allerdings draußen vor der gekippten Fensterscheibe. Ab Samstag ist die Quarantäne für den kleinen Sohn und die Eltern offiziell aufgehoben. Aber so schwach, wie der 3-Jährige noch ist, bleibt er ohnehin weiter zuhause. Seine Mutter hofft, dass ihr Jüngster die Corona-Infektion gesund übersteht. Und die 40-Jährige appelliert an alle, das Virus ernst zu nehmen, nicht nur in Österreich: "Wir werden es nur los, wenn wir Abstand halten und auf uns und die anderen aufpassen."