Abfall einsparen mit diesen simplen Tricks

So vermeiden Sie Müll im Alltag

© Srdjan Randjelovic (Srdjan Randjelovic (Photographer) - [None], Srdjan Randjelovic

23. September 2019 - 10:46 Uhr

Das kann jeder Einzelne gegen das Müllproblem tun

Jeder Deutsche produziert im Jahr durchschnittlich 617 Kilo Müll im Jahr – das sind ganze 130 Kilo mehr als der durchschnittliche EU-Bürger. Eine gigantische Zahl, die insbesondere durch den hohen Anteil an aufwändig zu entsorgendem Elektroschrott und Plastikmüll, den jeder einzelne verursacht, extrem problematisch ist.

Um den eigenen Müllverbrauch zu reduzieren, kann jeder Einzelne Kleinigkeiten an seinem Konsumverhalten und im Alltag verändern. Wir haben ein paar simple Tipps zusammengestellt, mit denen man weniger Müll verursacht.

So wird der Müll im Haushalt weniger

  • Mehrweggläser und -Flaschen statt Plastik und Karton

Plastikflaschen für Wasser und Co. lassen sich leicht durch Glasflaschen ersetzen. Ähnlich ist es auch bei Produkten wie Milch oder Joghurt: Auch die werden in wiederverwendbaren Glasbehältern angeboten. So spart man Müll bei Milchkartons.

  • Noch besser: Leitungswasser trinken

Das Leitungswasser in Deutschland hat eine sehr hohe Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden. Wer auf Plastik verzichten und keine schweren Wasserkästen schleppen will, kann also einfach das Wasser aus dem Hahn trinken. Wenn Sie lieber kohlensäurehaltiges Wasser trinken, können Sie sich dafür einen Wassersprudler anschaffen.

  • Mit guter Planung Essensreste vermeiden

Um weniger oder keine Lebensmittel mehr wegwerfen zu müssen, lohnt es sich, vor dem Einkaufen Listen und Essenspläne zu machen. So kaufen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen und auch verwerten können - und weniger Essen landet später im Müll. Außerdem wichtig: Nicht alles, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, muss weggeworfen werden. Die meisten Lebensmittel sind auch einige Zeit darüber hinaus noch einwandfrei.

  • Stoffservietten und -Taschentücher nutzen

Setzen Sie bei Servietten und Taschentüchern auf Stoff statt Papier: Die schmutzigen Tücher lassen sich einfach in der Waschmaschine waschen. In der Anschaffung sind die Stofftücher zwar etwas teurer, das rechnet sich aber schnell wieder - und Sie tun auch der Umwelt etwas Gutes!

  • Akkus statt Batterien nutzen

Einwegbatterien sind Sondermüll, dessen Entsorgung kompliziert ist und der sich eigentlich leicht vermeiden lässt: Nutzen Sie stattdessen Elektrogeräte mit Akkus, die Sie einfach immer wieder aufladen können.

Abfall sparen bei Kosmetik und Hygiene

Menstruationstasse
Tampons und Binden verursachen viel Müll - Menstruationstassen sind nachhaltiger.
© iStockphoto
  • Nachfüllen statt Verpackung neu kaufen

Gerade bei Produkten wie Flüssigseife, Wattestäbchen und Putzmitteln lohnt es sich, Nachfüllpackungen statt jedes Mal neue Plastikspender zu kaufen. Mittlerweile kann man in einigen Drogeriemärkten auch Waschmittel direkt aus Spendern abfüllen.

  • Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln benutzen

Bis es trocken ist, braucht ein Kind rund 6.000 (!) Windeln. Das sind ein bis zwei Tonnen Müll, die pro Kind alleine durch Wegwerfwindeln produziert werden. Hier kann man Müll sparen, wenn das Kind stattdessen mit waschbaren Stoffwindeln gewickelt wird.

  • Auf Wattepads und -Stäbchen verzichten

Wattepads zum Abschminken und Co. kann man einfach durch Abschminkpads aus Stoff wie etwa Microfaser ersetzen. Diese sind in der Waschmaschine waschbar und deshalb langlebig. Auch für Wattestäbchen mit Kunststoffgriff gibt es Alternativen: entweder solche mit Pappstäbchen oder die nachhaltige Mehrwegvariante.

  • Müllvermeidung bei der Monatshygiene

Laut Recherchen des "Bayerischen Rundfunks" verbraucht jede Frau in ihrem Leben bis zu 12.000 Tampons. Bei den meisten Marken sind nicht nur die Tampons und Binden einzeln in Plastik eingeschweißt, Binden bestehen selbst zum größten Teil aus Plastik. Ganz schön viel Müll, der während der Periode anfällt. Mit Alternativen wie Menstruationstassen und spezieller Menstruationsunterwäsche lässt sich eine Menge Abfall einsparen.

Müll sparen beim Einkaufen

  • So viel wie möglich lose einkaufen

Wenn Sie Obst, Gemüse und Co. lose kaufen statt in Plastik verpackt, spart das eine Menge Verpackungsmaterial - neben Plastikverpackung auch Pappe, Kunststoffnetze und Co.

  • Eine große statt vieler kleiner Packungen kaufen

Entscheiden Sie sich im Supermarkt wenn möglich für größere Packungen, um in der Summe Verpackungsmüll zu sparen. Außerdem sind die großen Packungen meist auf den Liter- oder Kilopreis gesehen günstiger als die kleinen. Für Reisen kann man etwa bei Shampoo und Duschgel kleinere Mengen in wiederverwendbare Behälter abfüllen.

  • Kaffeepulver statt Kaffeekapseln kaufen

Kaffee aus Kapselmaschinen ist schnell gemacht und super praktisch - die kleinen Kunststoff- oder Alukapseln sind aber eine ganz schöne Belastung für die Umwelt. Diesen Müll können Sie ganz leicht sparen, wenn Sie Ihren Kaffe stattdessen mit der Filtermaschine oder French Press kochen. Hier wird kaum Müll produziert, und große Packungen mit gutem Kaffeepulver sind auf Dauer gesehen erheblich günstiger.

So wird das Konsumverhalten nachhaltiger

  • Dinge teilen statt alleine zu besitzen

Von der Bohrmaschine über den Rasenmäher bis hin zum Auto: Manche Dinge braucht man gar nicht für sich alleine, sondern kann sie perfekt mit Familie, Freunden oder auch Fremden teilen – und weniger Müll entsteht, wenn die Sachen einmal ausgedient haben.

  • Kaputte Dinge reparieren statt direkt zu ersetzen

Kleidung kann man oft ausbessern, Elektrogeräte reparieren und Gebrauchsgegenstände mit Ersatzteilen aufwerten, statt sie direkt zu entsorgen. Das verlängert ihre Lebensdauer, spart Geld und verursacht weniger Müll.

  • Alte Elektrogeräte weitergeben statt in den Müll werfen

Der alte Fernseher hat ausgedient und ein neues Gerät soll her? Wenn Sie Ihr altes Gerät nicht mehr nutzen wollen, es aber noch funktioniert, dann verschenken oder verkaufen Sie es weiter, statt es direkt zu entsorgen.

  • Tauschen statt neu kaufen

Sie haben den alten Pulli aussortiert, den Sie seit Jahren nicht mehr tragen, der aber noch einwandfrei in Schuss ist? Es findet sich bestimmt jemand, dem das Kleidungsstück noch gefällt - und der im Umkehrschluss vielleicht etwas ausgemistet hat, das Sie gerne dagegen eintauschen würden. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern schont auch den Geldbeutel.

  • Holz- statt Plastikspielzeug kaufen

Günstiges Plastikspielzeug für Kinder geht nicht nur schnell kaputt, sondern kann mitunter auch gefährliche Chemikalien enthalten. Investieren Sie also lieber in Holzspielzeug, das in der Regel hochwertiger und deutlich langlebiger ist. Und auch hier gilt: Tauschen Sie und andere Eltern ausrangiertes Spielzeug untereinander oder "vererben" sie Dinge, statt sie wegzuwerfen.

Unterwegs auf Müllentstehung verzichten

Mehrwegbecher
Als Alternative zu Papp- und Plastikbechern gibt es langlebige und schöne Mehrwegbecher.
© deutsche presse agentur
  • Brotdosen statt Folien verwenden

Statt belegte Brote für unterwegs in Butterbrotpapier, Frischhalte- oder Alufolie zu wickeln, können Sie sich auch einfach eine hübsche Brotdose anschaffen. Die erfüllt ihren Zweck, den Proviant frisch zu halten, ebenso gut und macht keinen Müll. Als Alternative zur Frischhaltefolie lassen sich Bienenwachstücher übrigens leicht selber machen.

  • Coffee to go aus dem eigenen Becher trinken

Auch hier ist es leicht, eine Menge Müll einzusparen: Wer gerne unterwegs einen Kaffee kauft, kann sich dafür einfach einen hübschen Mehrwegbecher anschaffen, statt jedes Mal einen neuen Pappbecher zu nutzen.

  • Keine Snacks in Plastikverpackungen kaufen

Wenn unterwegs der Hunger kommt, ist es praktisch, Salate oder Sandwiches to go in Plastikverpackungen zu kaufen. Diese machen aber eine Menge Müll - vielleicht denken Sie also stattdessen daran, sich einen umweltfreundlich verpackten Snack mitzubringen? Das schont außerdem den Geldbeutel.

Wo Sie sonst noch Müll im Alltag sparen können

  • Weniger drucken

Eigentlich liegt es auf der Hand: Dokumente direkt auszudrucken verursacht eine Menge Altpapier, das oft gar nicht nötig ist. Überlegen Sie sich also sowohl im Job als auch im Privaten immer zweimal, ob Sie das Papier ausgedruckt benötigen oder auch die digitale Version ausreicht. ​

  • Ökostrom beziehen und dadurch Atommüll vermeiden

Ein wichtiger Punkt, der oft vergessen wird: Atommüll ist der wohl gefährlichste Müll, den es in Deutschland gerade gibt. Um ein Zeichen gegen Kernenergie zu setzen, kann man zu Ökostrom wechseln und damit helfen, radioaktiven Atommüll zu reduzieren. Nebenbei tut man damit noch etwas für die Energiewende und die Förderung von erneuerbaren Energien.