Dabei ist das eigentlich verbotenFamilie geht freiwillig auf Müll-Tour – Eltern und Kinder machen Duisburg sauberer
In Duisburg sammeln zwei Bürgergeldempfänger und ihre Kinder freiwillig den Müll auf. Bis zu 16 Säcke kommen da pro Tag zusammen. Doch genau das passt den zuständigen Wirtschaftsbetrieben zunächst nicht, denn für freiwilliges Müllsammeln muss erst eine Genehmigung erteilt werden.
Rathmanns räumen auf
Mama Clarissa und Papa Marvin gehen fünfmal in der Woche auf Müllsuche. Sammeln alles ein, was nicht auf den Boden hingehört. Weil gerade Osterferien sind, kommen die fünf Kinder mit auf Müll-Tour im Duisburger Stadtteil Ruhrort. Auf TikTok haben die rastlosen Rathmanns fast 12.000 Follower. Sie machen sich freiwillig die Hände schmutzig. Clarissa Rathmann ist krankheitsbedingt arbeitsunfähig, ihr Mann Marvin kann nach einem Burnout auch nicht mehr Vollzeit arbeiten. Die Familie bekommt circa 3.000 Euro vom Amt. Mit ihrer Aktion wollen sie der Gemeinschaft etwas zurückgeben. „Deswegen denken wir uns so wie es in unserer Macht steht, leisten wir unseren Teil für die Gesellschaft dazu und zeigen uns wenig, wenigstens erkenntlich und machen etwas, anstatt auf der Couch rumzusitzen“, sagt Mama Clarissa.
Stadt war zunächst dagegen
Seit einem Jahr sind Rathmanns auf Müll-Tour im Duisburger Norden. Die Kinder sind voll dabei, haben Spaß bei der Aktion gegen den Dreck. Auch wenn das Ganze nicht immer ungefährlich ist. Dabei wollte die Stadt Duisburg das freiwillige Müllsammeln am Anfang gar nicht erlauben. Die Rathmanns haben vorher in Oberhausen gelebt und dort Müll gesammelt. Da war es kein Problem. Aber in Duisburg war die erste Anfrage bei der Stadt für die Tonne. Inzwischen haben sie aber eine Ausnahmegenehmigung und dürfen es auch hier sauberer machen. Andere dürfen das nicht. Auf Nachfrage von RTL WEST bei den zuständigen Wirtschaftsbetrieben heißt es unter anderem: „Es geht daher nicht darum, freiwilliges Engagement zu erschweren, sondern es so zu organisieren, dass Sammelaktionen sicher und sinnvoll durchgeführt werden können.”
Duisburg ist wieder ein bisschen sauberer
Drei Stunden hat die Sammelaktion diesmal gedauert. Die Ausbeute kann sich sehen lassen: 20 Zeitungsstapel, zwei leere Ölkanister, fünf Bauzäune und jede Menge Müll in Tüten. Der Standort wird jetzt per Mail an die Behörde weitergeleitet. Die Wirtschaftsbetriebe holen dann alles ab. Für die Rathmanns ist die Arbeit erledigt - und Duisburg ist wieder ein bisschen sauberer geworden.

































