Sie brachte den Ex-Fußballprofi vor Gericht

Chatpartnerin von Christoph Metzelder: Mir gehen die Kinderaugen nicht mehr aus dem Kopf

Der ehemalige Nationalspieler räumte die Weiterleitung von 18 kinder- und jugendpornografischen Dateien ein. Nun spricht seine Chatpartnerin.
Der ehemalige Nationalspieler räumte die Weiterleitung von 18 kinder- und jugendpornografischen Dateien ein. Nun spricht seine Chatpartnerin.
© RTL

18. Mai 2021 - 11:13 Uhr

Was die 47-Jährige bis heute belastet, erzählte sie bei "stern TV"

Christoph Metzelder soll 297 kinder- und jugendpornografische Bilder besessen und 29 solcher Dateien an drei Frauen bei WhatsApp verschickt haben. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den ehemaligen Fußballprofi zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe.

Bei "stern TV" sprach jetzt die Frau, die ihn bei der Polizei anzeigte. Sie möchte unerkannt bleiben und wird von der Redaktion darum Marie B. genannt. Marie B. hat laut eigenen Angaben schwer mit dem Kinderporno-Bildern, die sie gesehen hat, zu kämpfen. Bis heute verfolgen Marie B. die Augen eines Kindes aus einem Missbrauch-Video, dass der ehemalige Fußball Nationalspieler ihr schickte.

Der Chat-Traum, der zum Alptraum wurde

"Sie war so klein. Braune Haare. Und man hat ihre toten Augen gesehen"

Für Marie B. begann alles wie in einem Märchen. Bei Instagram folgte sie dem ehemaligen Fußballprofi. Er schrieb sie eines Tages an. Nie hätte sie damit gerechnet, dass der gefeierte Fußballstar sie kontaktieren würde. Und an dieser Stelle konnte die 47-jährige auch noch nicht ahnen, in welche Richtung das alles gehen würde. "Wir haben hin und her, über Gott und die Welt geschrieben und haben geflirtet miteinander", erzählt die Chat-Partnerin.

Dann kam es am 6.Dezember 2018 zum ersten Treffen in einem Hamburger Restaurant. Von da an chatteten sie lange Zeit miteinander. Am 21.Mai 2019 gab es ein weiteres Treffen in einem Hotel. Danach wurden die Chats zwischen Metzelder und Marie B. immer intimer. "Nach dem zweiten Treffen sind wir immer noch in Kontakt geblieben, mal mehr mal weniger [...] und dann irgendwann kam das Thema sexuelle Tabus auf." Marie B. zeigt den WhatsApp-Verlauf mit Metzelder vor:

Metzelder schrieb: "Je perverser, desto besser."
Marie B: "Keine Tabus?"
Metzelder: "Keine!!!"
Metzelder: "Die Fantasie ist immer zusammen… wir beide verführen einen Teenager (boy oder girl)… gerne auch etwas S/M."

Schon bei dem Wort Teenager sei die Chatpartnerin misstrauisch geworden, hakt nach. Metzelder schrieb darauf:

Metzelder: "Ich stehe nicht auf Männer, deswegen junge Boys. Und junge Girls können noch geformt werden. ;-D"
Metzelder: "Und es ist vielleicht ein bisschen verboten."

Die 47-Jährige sagt, sie hätte an der Stelle Interesse vorgetäuscht. Und zugestimmt ihr etwas zuzuschicken.
Metzelder: "Lust auf Bilder?"

Jetzt spricht die Chatpartnerin

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"Ich habe mir geschworen, dass er nur über meine Leiche damit durchkommen wird"

Als Marie B. sich an die Videos, die der ehemalige Fußball Nationalspieler ihr zusendet, erinnert, bricht sie das Interview kurz ab. Weint. Er soll ihr Videos geschickt haben, auf denen sexuelle Gewalt gegen Kinder unter zehn Jahren abgebildet war.

"Für mich waren diese Kinder real, für mich waren das nicht nur Bilder." Bis heute bekomme sie die Szenen nicht aus dem Kopf. "Sie war so klein. Braune Haare. Und man hat ihre toten Augen gesehen. Das war für mich das Grauenhafteste, was es gibt", so Marie B.

Amtsgericht Hamburg hat Verfahren gegen Marie B. eingestellt

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte gegen Marie B. einen Strafbefehl beantragt. Der Hamburgerin wurde vorgeworfen, sie habe im Chat kinderpornografische Bilder positiv kommentiert und entsprechendes Interesse gezeigt, um solche Bilder zu erhalten.

Genau die Bilder, die sie von dem ehemaligen Fußball Nationalspieler zugeschickt bekommen hat.

Eine Woche nach der Verurteilung von Christoph Metzelder wurde das Verfahren gegen seine Chat-Partnerin eingestellt. Die 42-Jährige muss eine Geldauflage von 500 Euro zahlen.

Die Beschuldigte habe das Ganze eingeräumt und bedauert, das erhaltene Bildmaterial nicht schneller an die Polizei weitergeleitet zu haben. Ihr Anwalt Leon Kruse kritisierte das Verfahren der Polizei. Er halte es für ein fatales Signal, dass überhaupt gegen seine Mandantin ermittelt worden ist. Denn nur aufgrund dieser Informationen war es möglich, diese Straftaten aufzuklären. (mca)

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