Abschied von tapferem Landminen-Schnüffler

Sie rettete viele Leben - Heldenratte Magawa ist gestorben

11. Januar 2022 - 19:19 Uhr

Fünf Jahre lang spürte Riesenratte Magawa Landminen in Kambodscha auf. Ein gefährlicher Job, für den der Nager 2020 sogar eine Auszeichnung verliehen bekam. Nun ist der kleine Held mit acht Jahren gestorben.

Kleiner Held, ganz groß: Magawa erhielt britischen Tapferkeitsorden

71 Minen und 38 Blindgänger spürte Magawa in seiner Zeit als Landminen-Schnüffler auf - und rettete damit viele Leben. Die afrikanische Riesenhamsterratte wurde von der Minenräumorganisation Apopo dazu ausgebildet, weil ihr ausgeprägter Geruchssinn für das Aufspüren von Minen sehr hilfreich ist. Zwar war Magawa mit seinen circa 50 cm Körpergröße für eine Ratte riesig, gleichzeitig aber mit nur etwa 1,3 Kilo Körpergewicht leicht genug, um keine Sprengkörper zu zünden. Hatte Magawa eine Mine entdeckt, konnte diese von Menschenhand unter Sicherheitskontrollen gesprengt werden, ohne dass jemand dabei zu Schaden kam.

Für diese Leistung bekam die Riesenratte im Jahr 2020 sogar eine Tapferkeitsauszeichnung von Großbritanniens führender gemeinnütziger Tierorganisation PDSA! Zu Recht: Denn der Einsatz von Magawa und anderen ausgebildeten Ratten hat das Leben vieler Einwohner Kambodschas verändert. Das Land im Südosten Asiens hat noch immer mit den Folgen jahrzehntelanger interner Konflikte zu kämpfen.

Die süßen Bilder der tierischen Ordensverleihung sehen Sie im Video.

"Dankbar für die unglaubliche Arbeit, die er geleistet hat"

Im Juni 2021 ging Magawa dann in den verdienten Ruhestand. Nun, im für Riesenratten stolzen Alter von acht Jahren, ist der heldenhafte Nager gestorben, wie Apopo berichtet. "Wir alle bei Apopo spüren den Verlust von Magawa und sind dankbar für die unglaubliche Arbeit, die er geleistet hat", heißt es in einer Meldung der Wohltätigkeitsorganisation. (dhe)