Fußfehlstellung beim Baby

Sichelfuß: Das Wichtigste über die Fehlstellung der Babyfüße

Manche Babys werden mit einer Fußfehlstellung geboren. Zu den häufigsten Fehlstellungen zählt dabei der sogenannte Sichelfuß. Alles rund um die Fehlstellung der Babyfüße erfahren Sie hier.
Manche Babys werden mit einer Fußfehlstellung geboren. Zu den häufigsten Fehlstellungen zählt dabei der sogenannte Sichelfuß. Alles rund um die Fehlstellung der Babyfüße erfahren Sie hier.
© iStockphoto, YURI ARCUR PRODUCTIONS #MS YAPR

16. September 2020 - 9:48 Uhr

Alles über den Sichelfuß beim Baby

Einige Babys kommen mit einer schwachen oder schweren Fehlstellung der Füße auf die Welt. Zu diesen zählen unter anderem der Plattfuß, der Knick-Senkfuß und der Klumpfuß. Eine weitere Variante ist der Sichelfuß, der auch den Namen 'Pes adductus' trägt. Er ist eine sehr häufig auftretende Fußfehlstellung, die sich zumeist gut behandeln lässt.

Was ist ein Sichelfuß beim Baby und welche Ursachen kann dieser haben?

Der Sichelfuß des Babys ist für einen erfahrenen Arzt schnell zu erkennen. Der Vorderfuß ist im Unterschied zum hinteren Teil des Fußes nach innen gedreht. Die Fußinnenkante ist nach innen gewölbt und unter Umständen nach oben gebogen. Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum diese Fehlstellung des Fußes beim Baby auftritt. So kann es sein, dass das Kind wenig Platz in der Gebärmutter hatte. Es kommt so zu einem ungünstigen Muskelzug in einer aufgezwungenen Haltung. Tritt der Sichelfuß nach der Geburt auf, begründet sich dieser vermutlich durch eine andauernde Bauchlage des Babys.

Wie viele Babys haben einen Sichelfuß und welche Folgen kann er haben?

Der Sichelfuß tritt sehr häufig auf. Jungen und sehr große Babys sind etwas öfter betroffen als Mädchen. Selten hat er genetische Gründe und so gut wie immer ist er bei beiden Füßchen vorzufinden. Obgleich er sich nicht unmittelbar negativ auf den Organismus oder die Lebensqualität des Kindes auswirkt, sollte er eventuell behandelt werden. Nur durch eine gezielte Therapie kann nämlich vermieden werden, dass sich durch ihn im späteren Lebensverlauf Schäden an Hüft- und Kniegelenken herausbilden.

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Wie wird der Sichelfuß beim Baby behandelt?

Nach einer Röntgenaufnahme kann der Arzt seine Diagnose bestätigen. Zwar verschwinden viele Fehlstellungen dieser Art von selbst, doch manchmal bleiben sie länger bestehen. Dann rät der Mediziner zu elastischen Wicklungen, die die Füße gerade richten. Auch physiotherapeutische Übungen und Massagen können hilfreich sein. Schaumstoffunterlagen im Kinderbettchen verhindern, dass die Zehen beim Schlafen nicht aufliegen.

Wenn die Kinder bereits laufen, sind orthopädische Einlagen eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit. Lediglich bei einer extremen Fehlstellung oder ausbleibender Besserung ist eine Korrektur mithilfe von Gips oder speziellen Nachtschienen für einige Wochen erforderlich. Als letztes Therapiemittel dient die Operation.

Gibt es in diesem Zusammenhang sonstige Besonderheiten zu beachten?

Wenn bei Ihrem Kind der Arzt die Diagnose Sichelfuß stellt, sollten Sie bei der Krankenkasse erfragen, welche Leistungen sie abdeckt. Krankengymnastik und Antivarusschuhe werden meist übernommen. Ergänzend dazu gibt es Mutter/Vater-Kind-Kuren, die auf die Fußentwicklung des Babys abzielen. Sie sind eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. 
Ist Ihr Kind mit einem Sichelfuß geboren worden, sollten Sie auch seine Hüftgelenke vom Arzt untersuchen lassen. Zwei Prozent der Babys mit dieser Fußfehlstellung haben auch eine Hüftdysplasie: eine angeborene Unterentwicklung der Hüftgelenkpfanne, die zu Hüftschäden führen kann.