Die große Lust

Sexspielzeug-Boom in der Corona-Krise

Eine Mitarbeiterin präsentiert Sexspielzeuge.
Eine Mitarbeiterin präsentiert Sexspielzeuge.
© deutsche presse agentur

01. Februar 2021 - 9:52 Uhr

Mehr Zeit in den eigenen vier Wänden

Bei aller Distanz: Während der Corona-Pandemie verbringen die Menschen viel Zeit in den eigenen vier Wänden – und die wird offenbar nicht nur für Hobby genutzt. Lockdown und strengere Kontaktbeschränkungen sorgen für eine höhere Nachfrage nach Sexspielzeug und Kondomen. In einigen Bundesländern ist die Lust besonders groß.

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Lipstick Effect in der Krise

Bereits zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 hatte es einen Anstieg im Markt für Sexspielzeug und Kondome gegeben. Die Erotik-Spezialisten Amorelie und Orion berichteten im Frühjahr von steigender Nachfrage. Der Onlinehändlers eis.de führte deshalb im Mai eine zweite neue und größere Logistik ein.

"Die Pandemie hat gezeigt, dass die Menschen die Gelegenheit genutzt haben, sich wieder intensiv mit dem eigenen Körper zu befassen, sich neu zu entdecken und der eigenen Sexualität hinzugeben", sagt die Amorelie-Sprecherin. Auch das Unternehmen Orion bekommt solche Rückmeldungen von den Kunden: "Die Bestellungen, aber auch unsere Social-Media-Kanäle oder unser Kundenservice zeigen, dass in dieser außergewöhnlichen Situation ein sehr starkes Bedürfnis nach Nähe herrscht", so eine Sprecherin.

Darüber hinaus entstehe wie bereits im Frühjahr der sogenannte Lipstick Effect: "In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stellen Menschen sehr große Investitionen zurück und gönnen sich lieber kleinere Luxusgüter", heißt es bei Orion. Für manche sei das ein schöner Lippenstift, für andere ein Sexspielzeug oder Dessous.

Nachfrage um 30 Prozent gestiegen

Das Unternehmen verschickte im deutschlandweiten Vergleich 2020 die meisten Bestellungen von Sexspielzeug nach NRW, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Auffallend sei, dass im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Paare bei dem Händler bestellten. Zu den beliebtesten Sex-Toys befinde sich auch ein Gerät, das man nicht nur im Bett benutzen könne: Am einen Ende des Stabs sei ein Vibrator und am anderen Ende ein Massagekopf, den man auch gegen Verspannungen in der Schulter einsetzen könne, die im Homeoffice entstehen.

Der Onlinehändlers Amorelie hat im November 2020 rund 60 Prozent mehr Bestellungen verzeichnet als noch im Juni und Juli 2020. Auch im Vergleich zum Vorjahr sei die Nachfrage November um 30 Prozent gestiegen.

Auch beim Bielefelder Onlinehändlers eis.de sind die Bestellungen ebenfalls deutlich gestiegen. So hätten sich die Zahlen bei dem ab September verkauften Adventskalender im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 verdoppelt. Bereits Ende November sei das Produkt ausverkauft gewesen.

Einen weiteren Anstieg verzeichnen die Hersteller auf ihren Online-Kanälen. Immer mehr Menschen hätten Fragen zur Sexualität in Zeiten der Corona-Krise, so die Unternehmen. "Es ging in diesem Jahr in vielen Beziehungen darum, wie man dem zusätzlichen Optimierungsdruck, trotz der Isolation ein ausgeglichenes Sexleben auszuleben, gerecht werden kann", so die Sprecherin von Amorelie.

Bei Orion ist eine erhöhte Nachfrage nach Austausch auch im Vergleich zum Frühling zu spüren. Laut der Sprecherin verbringen Paare durch die Dunkelheit und das graue Wetter ohnehin mehr Zeit zusammen. Und Singles seien häufiger alleine in ihren eigenen vier Wänden. Diese würden sich auch für Tipps melden.

Quelle: DPA / RTL.de

Im Video: Sexspielzeug mit App

Unsere Reporterin war auf der IFA 2020 und stellt im Video den neuesten Technik-Spaß vor.

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