Konzernboss Oliver Blume: „Die nächsten Jahre entscheiden”Krise bei Volkswagen: Hälfte aller Modelle weg

Volkswagen-Chef Oliver Blume
Volkswagen-Chef Oliver Blume
Volkswagen

Überlebenskampf bei VW!
Am Donnerstagabend ging die Aufsichtsratssitzung zu Ende. Vor allem die VW-Mitarbeiter hatten gehofft, dass danach endlich Klarheit herrscht, wie es beim kriselnden Autobauer aus Wolfsburg weitergeht. Doch von genau dieser Klarheit gibt es keine Spur. Nur so viel ist sicher: VW streicht die Hälfte seiner Modelle. Zu Stellenabbau und Werksschließungen schweigt Volkswagen. Konzernchef Oliver Blume sagte: „Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, wer künftig in der Automobilindustrie eine führende Rolle spielen wird.”

Massive Kürzungen bei VW: Viele Modelle sterben

Ein VW Golf GTI steht auf einem Parkplatz in Sichtweite vom Markenhochhaus auf dem Gelände vom VW Werk Wolfsburg. Die Volkswagen AG lädt seine Aktionäre zur ordentlichen Hauptversammlung.
Graue Wolken über Volkswagen (Archivbild)
picture alliance/dpa / Julian Stratenschulte

VW macht nach der Sitzung seines Aufsichtsrates zu möglichen Einsparungen weiter keine Angaben zu möglichen Werksschließungen und Stellenabbau. Der Konzernvorstand habe dem Aufsichtsrat in seiner Sitzung ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und das Zielbild 2030 vorgestellt, teilte der Konzern nach der Sitzung mit. Das Gremium war um 16 Uhr zusammengekommen, um über mögliche Sparpläne des Konzernvorstandes zu beraten.

So soll die Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft werden und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent sinken. Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen, über die Medien zuvor berichtet hatten, machte er nicht. Seit Wochen gibt es beängstigende Gerüchte. Laut Manager Magazin könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagte nach der Sitzung:  „Das Schließen von Werken ist kein Zukunftskonzept.” Und: „Wir brauchen eine Zukunftsperspektive für unsere Standorte.”

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VW-Betriebsrat tobt: Ultimatum an den VW-Boss

Fordert vom Vorstand klare Zusagen für eigene Entgeltkürzungen: VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. (Archivbild)
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo: „Es reicht!” (Archivbild)
Alicia Windzio/dpa

Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich nach der Sitzung erbost. Sie forderte VW-Boss Blume auf, im Laufe des Freitags der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne zu äußern.

„Es reicht! Das Fass ist zum Überlaufen gekommen”, sagte Cavallo laut Betriebsratszeitung. „Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Oliver Blume steht jetzt in der Pflicht, diesen massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen.”

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche/ dpa