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Sechs Männer sollen beim mutmaßlichen Doppelmord in Delmenhorst geholfen haben

Doppelmord in Delmenhorst

Sechs Männer sollen beim mutmaßlichen Eifersuchts-Mord geholfen haben

Am 3.Oktober 2021: Polizisten sperren den Tatort in Delmenhorst ab.
Der 3. Oktober 2021: Polizisten sperren den Tatort in Delmenhorst ab. Foto: Kai Moorschlatt/Nord-West-Media TV/dpa
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Offenbar wurde dieser Mord von langer Hand geplant. Im Oktober vergangenen Jahres soll Barzan H. in Delmenhorst seinen vermeintlichen Nebenbuhler und seine Frau getötet haben. Doch möglicherweise hat der 34-Jährige nicht allein im Eifersuchtswahn gemordet. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage gegen sechs Männer erhoben. Sie sollen geholfen haben den Mann zu töten.

Wer sind die mutmaßlichen Helfer?

Die Tatverdächtigen sind zwischen 30 und 48 Jahre alt. Vier von ihnen sitzen seit Dezember in Untersuchungshaft. Angeklagt sind sie wegen Beihilfe zum Mord an dem männlichen Opfer. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft Oldenburg den sechs Männern vor, in die Tatplanung involviert gewesen zu sein und den mutmaßlichen Mord an dem Mann in der Sportsbar in Delmenhorst durch unterschiedliche Beiträge gefördert zu haben.

Was war passiert?

Am 3.Oktober 2021 soll Barzan H. zunächst seinen vermeintlichen 23-jährigen Nebenbuhler in einer Sportsbar in Delmenhorst mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend sei er zu seiner – nach jesidischem Recht – geheirateten Frau gefahren und habe mit dem Messer auf sie eingestochen - im Beisein der gemeinsamen achtjährigen Tochter. Die 27-Jährige starb zwei Tage später im Krankenhaus.

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Zum Prozessauftakt hatte Barzan H. beide Taten gestanden. Der Iraker gab an, aus Eifersucht getötet zu haben. Er vermutete, dass seine Frau eine Affäre mit dem 23-Jährigen gehabt habe. Laut Gerichtssprecher attestierte auch ein Sachverständiger dem 34-Jährigen im Prozess einen Eifersuchtswahn, der ihn schon sein Leben lang begleite.

Zurück bleiben drei Kinder

Said Ibrahim ist der Bruder der getöteten Frau. Er ist Nebenkläger im Prozess. „Davon werden wir uns doch niemals erholen. Nie im Leben. Das war meine kleine Schwester“, sagte er zum Prozessauftakt im RTL-Interview.

Und die Getötete war nicht nur seine kleine Schwester, sondern auch eine dreifache Mutter. Die mittlerweile 5-, 9- und 10-jährigen Kinder leben jetzt bei ihrem Onkel und ihrer Großmutter. Vor allem das neunjährige Mädchen, das alles mit angesehen haben soll, sei schwerst traumatisiert. (jsc/cta/nkn)