Punkte in Ungarn dringend nötig

Hat Sebastian Vettel neben dem Müll auch die Probleme auf der Strecke beseitigt?

28. Juli 2021 - 17:55 Uhr

Müllmann Seb zeigt wie's geht

Rennfahrer, Ingenieur, Streckenposten und jetzt noch Müllmann: Sebastian Vettel ist sich für keinen Job zu schade und erntet damit selbst bei seinen Kritikern Respekt. Auf der Strecke läuft es seit den beiden Hochs in Monaco und Baku gerade nicht mehr so. Nach dem Podium in Aserbaidschan sprangen nur noch zwei magere Pünktchen heraus. Jede Menge Umwelt-Punkte sammelte der 34-Jährige dafür mit seiner Aufräum-Aktion nach dem Großbritannien-GP. Im Video oben sehen Sie die tolle Geste von Vettel und seinem Team nach dem Rennen in Silverstone.

Vettels Herzenthema

Klima, Umwelt, Müllentsorgung – für Vettel absolute Herzensthemen und keine Einmalaktionen. Jüngst eröffnete er in Österreich ein Bienen-Hotel, im Fahrerlager kann man ihn seit Jahren dabei beobachten, wie er achtlos Weggeworfenes entsorgt. Mehr zu Sebastian Vettels Umwelt-Aktionen finden Sie hier.

Das Thema Klimawandel beschäftigt Vettel. Der viermalige F1-Champion fordert seit langem, die Motorsport-Königsklasse müsse weniger umweltschädlich werden, in einem Interview gab er offen zu, bei der Bundestagswahl für die Grünen zu stimmen.

Schumacher: "Punkte sammeln statt Müll!"

Sportlich gesehen, lassen sich die Umwelt-Punkte Vettels leider nicht in WM-Zähler umwandeln. Ähnlich sieht das auch Ex-F1-Pilot Ralf Schumacher. "Ich fand toll, dass er da den Unrat aufgesammelt hat", honorierte der sechsmalige Grand-Prix-Sieger die Verdienste seines Landsmannes, merkt jedoch an: "Ich hätte mich auch gefreut, wenn er zudem ein paar Punkte gesammelt hätte."

Zwar nützt der bärenstarke Mercedes-Antrieb auf dem verwinkelten Kurs in Ungarn nicht so viel wie sonst, dafür spricht ein anderer Faktor für ein erfolgreiches Wochenende. Der Hungaroring wird nämlichen wegen seiner vielen langsamen Kurven in Fachkreisen immer wieder "das Monaco ohne die Leitplanken" genannt. Und das Fürstentum erwies sich für Vettel in diesem Jahr als äußerst positives Pflaster.

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AlphaTauri und Alpine schlafen nicht

Punkte wären nicht nur für den 34-Jährigen selbst wichtig, sondern insbesondere für das Team. In der Konstrukteurswertung. Der Zug auf WM-Platz vier ist nach den schwachen Leistungen zuletzt sowieso schon abgefahren. Nun rückt aber die direkte Konkurrenz im Mittelfeld auf die Pelle. AlphaTauri ist einen Zähler vor den Briten und auch Alpine auf Rang sieben macht durch die bärenstarken Auftritten Boden gut und ist nur noch acht Punkte hinter Aston Martin.

So oder so rennen die grünen Boliden ihren Ansprüchen hinterher. Von einer Attacke auf die Spitze wie CEO Lawrence Stroll vor Saisonbeginn angekündigte sind die Engländer meilenweit entfernt. Und auch im Kampf um WM-Platz fünf bleibt es für die Traditionsmarke richtig eng. (lde)