RTL News>News>

Schweres Erdbeben erschüttert Fukushima: Tsunami-Warnung aufgehoben

Japan

Schweres Erdbeben erschüttert Fukushima: Tsunami-Warnung aufgehoben

Schweres Erdbeben erschüttert Fukushima: Tsunami-Warnung Hier wackeln die Wände!
00:31 min
Hier wackeln die Wände!
Schweres Erdbeben erschüttert Fukushima: Tsunami-Warnung

1 weitere Videos

Ein starkes Erdbeben hat am späten Mittwochabend (Ortszeit) Fukushima erschüttert. Japans Meteorologische Behörde gab eine Warnung vor einem Tsunami für die Präfekturen Fukushima und Miyagi aus – und nahm diese am frühen Donnerstagmorgen zurück. Ob es in der Atomruine in Fukushima Schäden gab, war zunächst nicht bekannt. Das Beben der Stärke 7,3 ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit), fast auf den Tag elf Jahre, nachdem die Region im Nordosten des asiatischen Inselreiches von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9 und einem dadurch ausgelösten gewaltigen Tsunami verwüstet worden war.

Nach Erdbeben der Stärke 7,3 - Stromausfall in Tokio betrifft 700.000 Haushalte

Tsunami-Warnung für Fukushima. Vor der Küste Japans hat es ein schweres Erdbeben gegeben.
Tsunami-Warnung für Fukushima. Vor der Küste Japans hat es ein schweres Erdbeben gegeben.
RTL

Das starke und lang anhaltende Beben war auch in Tokio zu spüren. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge fiel der Strom in Teilen der Hauptstadt Tokio aus. Der Netzwerkbetreiber Tokyo Electric Power (Tepco) gab die Zahl der betroffenen Haushalte in der Hauptstadt mit mehr als 700.000 an.

Die Wetterbehörde warnte vor einer bis zu einen Meter hohen Flutwelle. In Fukushima kam es zu Stromausfällen, berichteten örtliche Medien. Die Regierung in Tokio richtete einen Notfallstab ein.

Erdbeben weckt Erinnerungen an 11. März 2011

Das schwere Beben im Nordosten weckte schlagartig Erinnerungen an die verheerende Katastrophe vor elf Jahren. Eine gigantische Flutwelle hatte sich an jenem 11. März 2011 an der Pazifikküste aufgebäumt und alles niedergewalzt: Städte, Dörfer und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen. Rund 20.000 Menschen riss die Flut damals in den Tod. In Fukushima kam es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Super-GAU. Er wurde in aller Welt zum Sinnbild der „3/11“ genannten Dreifach-Katastrophe - auch wenn keiner der Todesfälle auf die Strahlung zurückgeführt wird.

Der Betreiber Tepco prüfe, ob es durch das erneut starke Beben zu Unregelmäßigkeiten kam, hieß es in der Nacht zum Donnerstag. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

Das Geoforschungsinstitut Potsdam erklärte auf RTL-Anfrage, es bestehe Hoffnung, dass das Beben nicht so schlimme Auswirkungen haben werde. Denn: Es bebte in 50 Kilometer Tiefe. Außerdem ist Stärke 7,4 vielhundertfach schwächer als 9,1 damals. 0,1 mehr auf der Richterskala bedeutet zehnfach stärker. (dpa/ swi, mit reuters)