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Schweiz: Smartphone rettet verunglücktem Snowboarder das Leben – mit nur noch 3 Prozent Akku

Er hatte nur noch drei Prozent Akku

Mann stürzt in Gletscherspalte: Smartphone rettet verunglücktem Snowboarder das Leben

Tim Blakey
Tim Blakey verunglückte beim Snowboarden in Saas-Fee.
Instagram/Tim Blakey

Gerade mal drei Prozent Ladekapazität hatte sein Smartphone-Akku noch. Aber sie reichte, um dem Briten Tim Blakey (41) das Leben zu retten. Er war beim Snowboarden in den Schweizer Bergen verunglückt und in eine Gletscherspalte gestürzt.

Saas-Fee: Akku des verunglückten Snowboarders war fast leer

Tim Blakey
Ohne Hilfe wäre der 41-Jährige aus der Gletscherspalte wohl nicht herausgekommen.
Instagram/Tim Blakey

Der Unfall geschah, als Blakey in Saas-Fee (Kanton Wallis) etwas abseits der Piste fuhr, berichtet "Blick". Er fiel fünf Meter tief – nur eine "Schneebrücke" verhinderte, dass er noch weiter abstürzte. Höchste Lebensgefahr für den gebürtigen Neuseeländer, denn die Schneebrücke drohte jederzeit einzubrechen. Und weil der Akku seines Handys fast leer war, drängte die Zeit.

Per SOS-Funktion auf Smartphone Rettungsdienst informiert

In dem Moment erinnerte sich der 41-Jährige an die SOS-Funktion seines iPhones . Er drückte fünfmal die Ein- und Ausschalttaste an der Seite des Handys – so wird sein Standort automatisch gemeldet und der örtliche Rettungsdienst informiert. Außerdem bekommt jeder, der im Adressbuch als Notfallkontakt hinterlegt ist, eine SMS mit einer Information über den Notfall.

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Schweizer Bergführer: Snowboarder hatte großes Glück

Michael Schwarzl und Tim Blakey
Michael Schwarzl (r.) rettete Tim Blakey das Leben - als Dank für seinen Einsatz würde er sich mit einem Bier begnügen.
Instagram/Tim Blakey

"Der Alarm kam über die Einsatzzentrale Sitten zu mir. Ich kriege dann jeweils die Koordinaten aufs Handy, werde mit dem Heli abgeholt und zum Unfallort gebracht", sagt Rettungsspezialist und Bergführer Michael Schwarzl (54) aus Saas-Fee zu "Blick". Blakey habe großes Glück gehabt und sei fast unverletzt gewesen. "Wir konnten ihn mit einem einfachen Flaschenzug zu dritt aus der Spalte ziehen."

Doch das Unglück ging an dem Briten nicht spurlos vorüber. "Er war nervös und etwas bleich", erinnert sich Schwarzl. Tim Blakey habe sich immer wieder für die Rettung bedankt. Der Bergführer hat auch schon eine Idee, wie sich der 41-Jährige erkenntlich zeigen könnte: "Ich habe ihm gesagt, er soll mir einfach ein Bier ausgeben, wenn er wieder mal vorbeikommt."

Leichtsinn beim Wintersport kann tödliche Folgen haben

Michael Schwarzl warnt vor Leichtsinn beim Wintersport und berichtet, dass nicht jeder so viel Glück hat wie Tim Blakey. "Wenige Tage später ist einer auf ähnliche Weise verunglückt – der hat den Sturz aber nicht überlebt", erzählt er "Blick". "Das ist halt russisches Roulette, das man spielt, wenn man in diesem Gebiet neben der Piste fährt." Wer über keine Ortskenntnisse in den Skigebieten verfüge, solle unbedingt innerhalb der Markierungen fahren. (bst)