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Damit Ersthelfer Ihre Angehörigen erreichen: Wie Sie Notfallkontakte richtig hinterlegen

Im Ernstfall vorbereitet sein

Wo Notfallkontakte wirklich hingehören

Ein Mann hat einen Schwindelanfall oder einen Herzanfall. Frau kommt zu Hilfe.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Nummern eines Notfallkontaktes gut auffindbar bei sich zutragen.
Gina Sanders - Fotolia, Erwin Wodicka

Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es?

Woher wissen Rettungssanitäter, Notärzte und Ersthelfer, an wen sie sich wenden sollen im Falle eines Unfalls? Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, damit die nächsten Angehörigen informiert werden.

Wer kontaktiert meine Angehörigen?

Notfallkontakte sind Kontakte, die in einem Notfall wichtig sind. An diese kann sich medizinisches Personal wenden, wenn im Falle eines Unfalls Angehörige der verletzten Person informiert werden müssen. Rettungssanitäter Sebastian Hoberg erklärt uns, dass für das Rettungspersonal klar die medizinische Versorgung und der Transport der Patienten im Vordergrund stehen. Der Rettungsdienst kontaktiert in den wenigsten Fällen die Angehörigen selbst.

Meist ist es dann so, dass die Information an die Angehörigen nach der Akutversorgung über das Krankenhaus oder die Polizei läuft. Dies ist besonders der Fall, wenn es sich bei der verletzten Person um ein Kind handelt. Diese können oftmals selbst bei Bewusstsein nicht die Kontaktdaten ihrer Eltern oder einer Kontaktperson nennen, welche dann von der Polizei ausfindig gemacht und informiert werden. Sollte die Information an die Angehörigen doch mal über den Rettungsdienst oder Ersthelfer laufen, gibt es einige Möglichkeiten, dies zu erleichtern.

Wie können meine Kontakte informiert werden?

Notfallkontakt im Telefon

Zum einen nennt uns Sebastian Hoberg die Möglichkeit, im Telefon einen Notfallkontakt anzugeben. Befindet sich das Smartphone im gesperrten Zustand, kann das Rettungspersonal den Speerbildschirm aufrufen und dort Notfallinformationen lesen, ohne das Smartphone zu entsperren. Die Daten des Notfallkontaktes werden angezeigt und können durch Antippen angerufen und informiert werden. Jeder kann diesen Kontakt selbst auf seinem Android-Smartphone oder iPhone einrichten. So geht’s:

Notfallpass auf iOS einrichten: Hierfür muss das Smartphone zu Einstellungen > Health > Notfallpass navigiert werden. Dort können zum einen Angaben zur Person gemacht und zusätzlich Notfallkontakte eingeben werden. Diese können einfach aus dem eigenen Telefonverzeichnis ausgewählt und mit einer Beziehung wie zum Beispiel „Elternteil“ oder „Freund“ angegeben werden. Wichtig ist nur, dass man den Schieberegler in der Einstellung auf „Im Sperrzustand anzeigen“ setzt!

Notfallpass auf Android einrichten: Bei Android gibt es zwei Optionen den Notfallkontakt einzurichten. Zum einen kann man im gesperrten Zustand auf Notruf > Notfallinformationen > bearbeiten tippen. Im Anschluss muss der Bildschirm entsperrt werden, um die Informationen einzutragen und Notfallkontakte aus dem Telefonbuch zu wählen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit in den Geräteinstellungen den Menüpunkt „Nutzer“ zu öffnen und dann dort unter dem Punkt „Notfallinformationen“ Daten einzutragen und zu bearbeiten.

Zettel im Portmonee

Außerdem erzählt er uns, dass manchmal auch ein simpler Zettel in der Geldbörse dabei helfen kann, Notfallkontakte ausfindig zu machen. Dabei reicht ein formloses Blatt Papier, auf welchem die Nummer des Notfallkontaktes notiert ist. Im besten Fall sind auf diesem Zettel auch Vorerkrankungen und Medikation der verletzten Person aufgelistet, denn das sind entscheidende Details, welche dem Rettungspersonal in dieser Situation weiterhelfen können.

Notfalldose im Kühlschrank

Ist die Person nahe der Wohnung verunfallt oder die Adresse kann via Ausweis rausgefunden werden, kann eine sogenannte Notfalldose auch Aufschluss über die im Notfall zu kontaktierende Personen geben. Es ist im Allgemeinen gut, Informationen über die eigene Person und Notfallkontakt zu Hause zu hinterlegen, nur ist es für Retter meist unmöglich herauszufinden, wo diese aufbewahrt werden. In diesem Fall kann eine sogenannte Notfalldose leben retten oder Aufschluss über Notfallkontakte geben. Im Kühlschrank deponiert hilft sie Sanitätern, im Notfall die richtige Erste Hilfe zu leisten und Angehörige zu informieren.

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Gibt es für Kinder noch eine andere Kontaktmöglichkeiten?

Bei Kindern können sogenannte Notfallarmbänder bei der Ermittlung einer Kontaktperson helfen. Unter der Bezeichnung versteht man ein meist buntes Band, das man ähnlich wie eine Uhr oder eine Kette einfach um das Handgelenk tragen kann. Wenn das Kind dann in eine entsprechende Gefahrensituation gerät, können vom Band Name und Telefonnummer der Kontaktperson abgelesen werden. Diese Notfallarmbänder gibt es in verschiedenen Variationen, und sie sind schon günstig zu erwerben.

Es sollte sich besser auf den Notfall vorbereitet werden

Sebastian Hobert erzählt uns aber, dass eigentlich niemand verloren gehen kann. Die aufgefundenen Personen haben meist immer etwas bei sich, was bei der Ermittlung eines Notfallskontaktes unterstützen kann. Ist die Identität der verunfallten Person geklärt, ist es umso leichter eine Kontaktperson ausfindig zu machen.

Herr Hoberg erzählt uns außerdem, dass sich Sanitäter wünschen, dass sich Personen besser auf den Ernstfall vorbereiten, gerade im Falle einer Vorerkrankung. Wichtige Informationen über die Person und die Nummer eines Notfallskontaktes sollte man immer am Körper oder leicht auffindbar in der Wohnung aufbewahren. (mne)