RTL/ntv "Frühstart"

Juso-Chefin fordert tägliche Schnelltestpflicht an Schulen

08. April 2021 - 10:47 Uhr

"Schulen dürfen kein Infektionsherd sein"

Die Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos, Jessica Rosenthal, spricht sich für eine tägliche Schnelltestpflicht bei Lehrern und Schülern aus. "Das gewährleistet, dass man keinen Infektionsherd in den Schulen hat und sicher lernen kann", sagte sie in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv. Im Umkehrschluss würde das natürlich bedeuten, dass Schüler zu Hause bleiben müssten, die sich nicht testen lassen.

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"Zwei Schnelltests an Schulen pro Woche zu wenig"

23.03.2021 , DU Duisburg , Schulkinder im Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium am Grillopark 24 in Marxloh machen Corona - Schnelltests in der Sporthalle der Schule. Schüler und Schülerinnen machen den Corona - Schnelltest. *** 23 03 2021 , DU Duisburg , Schoo
Schulkinder in Duisburg machen Selbsttests.
© imago images/Reichwein, Christoph Reichwein (crei) via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Juso-Chefin ist selbst Lehrerin an einer Bonner Gesamtschule. Sie forderte die Kultusministerkonferenz auf, die Schnelltestpflicht in allen Bundesländern einzuführen. "Was nicht geht, ist, dass man Schulen öffnet, ohne zu testen." Bislang regelt das jedes Bundesland anders. Unter anderem Nordrhein-Westfalen will eine Pflicht einführen. Ziel der Kultusminister sind zumindest zwei Tests pro Schüler und Lehrkraft pro Woche.

Im Moment seien allerdings schon für diese zwei Tests nicht genug da, so Rosenthal. Schulen und Kitas müssten Priorität haben und als erstes mit Tests versorgt werden. "Dann muss man eben klar sagen, im Einzelhandel und an anderen Stellen kann man nicht so viel testen, solange Schulen und Kitas nicht versorgt sind." Sie verlange von Kanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Spahn und den Ministerpräsidenten, für eine ausreichende Versorgung mit Tests zu sorgen. Spahn sei noch nicht einmal bereit, den Mangel einzugestehen.

Rosenthal forderte, Unternehmen im Zweifel zu verpflichten, Schnelltests herzustellen. "Wir haben als Industriestandort viele Möglichkeiten, auch Tests zu produzieren und die Kapazitäten hochzufahren." Zunächst müsse man in den Dialog treten, denn viele Firmen seien zur Produktion bereit. Bündnisse auch zwischen Konkurrenzfirmen müssten denkbar sein. "Wir müssen zu einer Kultur kommen, dass jeder sich jeden Morgen testen lässt."

Jusos: Noten durch Corona-Prüfungen nicht verschlechtern

Kritik übte die Juso-Vorsitzende an einem Vorstoß der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die hatte gefordert, Abschlussprüfungen zu streichen, wenn es die Infektionslage erfordere. "Ich glaube, dass das derzeit nur Verunsicherung produziert", so Rosenthal bei RTL/ntv. Sie habe bereits im Herbst gefordert, sich für oder gegen Prüfungen unter Corona-Bedingungen zu entscheiden.

Wenn sie stattfänden, müssten Schülerinnen und Schüler aber von der Prüfung während der Pandemie bei den Noten einen Mehrwert haben. "Ich glaube, dass es im Zweifel richtig und wichtig ist, dass man im Zweifel ermöglicht, dass Abschlussarbeiten zu Verbesserungen führen, aber nicht zu Verschlechterungen."