Bluttat in USA

Schüsse in Club für Homosexuelle - 5 Tote

Schüsse in LGBTQIA*-Nachtclub
00:41 min
Schüsse in LGBTQIA*-Nachtclub

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Ein Mann hat in der Nacht auf Sonntag im „Club Q“ in Colorado Springs (US-Bundesstaat Colorado) ein Blutbad angerichtet. Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, fünf Personen getötet. Der Anschlag hat sich kurz vor dem „Tag der Erinnerung an die Opfer von Trans*feindlichkeit“ ereignet.

Clubgäste sollen den Schützen überwältigt haben

Massives Polizeiaufgebot vor dem Club Q in Colorado Springs, wo ein unbekannter Schütze das Feuer eröffnet und fünf Menschen getötet hat.
Massives Polizeiaufgebot vor dem Club Q in Colorado Springs, wo ein unbekannter Schütze das Feuer eröffnet und fünf Menschen getötet hat.
PKP, REUTERS, KEVIN MOHATT

Die ersten Notrufe seien um kurz vor Mitternacht (Ortszeit) eingegangen. Die Polizei habe den mutmaßlichen Schützen noch in der Bar gestellt, er befinde sich in Gewahrsam, sagte Pamela Castro von der Polizei in Colorado Springs bei einer Pressekonferenz. Gerüchten zufolge war der Täter mit einem Scharfschützengewehr bewaffnet. Über den Zustand der Verletzten wurde noch nichts bekannt gegeben. In einer Stellungnahme des Nachtclubs hieß es, dass „heldenhafte Gäste“ schnell reagiert, den Täter überwältigt und so höchstwahrscheinlich ein noch schlimmeres Massaker verhindert hätten. Man sei „erschüttert über den sinnlosen Anschlag auf unsere Gemeinschaft. Unsere Gebete und Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien und Freunden“.

Der „Club Q“ ist eine Bar der LGBTQIA+-Community. Die Schießerei ereignete sich kurz vorm Transgender-Gedenktag („Transgender Day of Remembrance“), der jedes Jahr am 20. November begangen wird, um der Menschen zu gedenken, die aufgrund von Transhass ermordet worden sind. Handelt es sich also um ein Hassverbrechen? Zu einem möglichen Motiv wollte sich die Polizei derzeit noch nicht äußern. "Wir werden noch viele, viele Stunden vor Ort sein", sagte Castro dem Nachrichtensender „CNN“.

A police officer sits in their vehicle while responding to a mass shooting at the Club Q gay nightclub in Colorado Springs, Colorado, U.S., November 20, 2022. REUTERS/Kevin Mohatt

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Augenzeuge: "Ich hatte Angst, dass ich sterben würde“

Videos vom Anschlagsort, die bei „Twitter“ kursieren, zeigen Polizeifahrzeuge und Krankenwagen vor dem Nachtclub. Der Hauptmann der Feuerwehr von Colorado Springs, Mike Smaldino, sagte „CNN“ zufolge, dass elf Krankenwagen vor Ort gewesen seien. Wie viele Menschen zum Tatzeitpunkt im Club waren, konnte die Polizei zunächst nicht mitteilen.

"Ich hatte Angst, dass ich sterben würde“, sagte der Barkeeper des „Club Q“, der sich in den sozialen Medien Michael Anderson nennt, im Interview mit dem britischen „Mirror“. Ich bereitete mich darauf vor, erschossen zu werden, dann hörten die Schüsse auf.“ Er habe noch ein oder zwei Minuten hinter der Theke ausgeharrt, ehe er sich traute, aufzustehen und zu fliehen. „Ein Mann lag auf dem Boden, ihm wurde in den Hals geschossen.“

Immer wieder Hassverbrechen gegen die LGBTQIA*-Community

Freunde und Familie der Getötetn nach dem Anschlag auf den Pulse-Club in Orlando (Florida).
Freunde und Familie der Getötetn nach dem Anschlag auf den Pulse-Club in Orlando (Florida).
REUTERS, STEVE NESIUS

Das brutale Verbrechen erinnert an den Anschlag auf den Nachtclub „Pulse“ in Orlando im Juni 2016. Damals war Omar M (29) mit Sturmgewehr und Handfeuerwaffe bewaffnet gegen ein Uhr nachts in den LGBTQIA+-Club in Florida gestürmt, der zu dem Zeitpunkt von Hunderten Nachtschwärmern bevölkert worden ist. Der Attentäter hat damals 49 Menschen getötet, mindestens 53 weitere verletzt, bevor er selbst von der Polizei erschossen worden war. Der Anschlag gilt als einer der schlimmsten sogenannten "Massshootings" in der Geschichte der USA.

Im Juni diesen Jahres – kurz vor der Pride Parade – wurden zwei Menschen bei einem Anschlag auf den LGBTGIA+-Club "London Pub" in der norwegischen Hauptstadt Oslo getötet, zwanzig Personen wurden schwer verletzt. Kurz nach dem Vorfall war ein Mensch in der Nähe des Tatorts festgenommen worden, die Polizei sprach von einem Terroranschlag.

Dieser Artikel wird aktualisiert. (cwa)