Psychologe erklärt Verhalten

Empörung wegen TikTok-Abtreibungsvideo: Ashley geht hier zu weit!

11. März 2020 - 11:58 Uhr

Freudentanz beim Arzt sorgt für Empörung

Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist sehr sensibel. Das musste jetzt auch die junge Ashley erfahren. Auf der Social-Media-Plattform TikTok erklärt sie, zum zweiten Mal schwanger zu sein und abzutreiben. Mit einem Video zeigt sie unter anderem, wie sie im Wartezimmer vom Frauenarzt eine Tanzeinlage hinlegt und wie sie im Untersuchungsstuhl liegt. Das TikTok-Video hat bei vielen Nutzern eine Welle der Empörung ausgelöst.

Schockbilder für mehr Follower?

Der Psychologe Rolf Schmiel kennt sich mit dem Medienverhalten junger Menschen aus. Er bezweifelt den Wahrheitsgehalt des Videos und sieht darin einen absoluten Tabubruch. "Sie tut das, um maximale Aufmerksamkeit zu bekommen" erklärt er.

Tatsächlich täuschen junge Menschen immer wieder in sozialen Medien krasse Geschichten vor. Wie zum Beispiel eine Frau aus Österreich mit der Geburt und dem Tod ihres Babys.

Das Ziel: Mehr Follower und eine größere Reichweite.

„Das Video ist eine Gefahr für junge Mädchen“

Ob es sich bei dem Video von Ashley um eine wahre Geschichte handelt, ist nicht klar. Auf eine Anfrage hat sie nicht reagiert. Trotzdem sieht Rolf Schmiel in der "Abtreibungs-Performance" der Teenagerin eine Perversion.

Die Gefahr: Junge Mädchen könnten durch die Aufmerksamkeit, die ein solches Video bekommt, dazu gebracht werden, das Verhalten nachzuahmen. Besonders makaber: Im schlimmsten Fall laden sie vielleicht wirklich Bilder ihrer eigenen Abtreibung hoch.

Sollte die junge Ashley tatsächlich abgetrieben haben, dann lässt sich das Verhalten nur so erklären: "Die Öffentliche Inszenierung wird genutzt, um von einer emotionalen Not abzulenken" sagt der Psychologe. Er glaubt, dass es der jungen Dame an Reife mangelt und sagt: "Sie realisiert nicht, wie weitreichend die Folgen ihres Verhaltens sind und ist sich der moralischen Verpflichtung nicht bewusst".

Wie kann ich Mädchen in einer solchen Lage helfen?

Sollte ein junges Mädchen ungewollt schwanger sein, hilft nur eins: "Der Betroffenen muss Raum und Zeit gegeben werden und das Gefühl, sie nicht zu bewerten", rät der Psychologe. Zudem sollten sich schwangere Teenager nicht an schlechten Vorbildern im Netz orientieren. Es gibt genügend Anlaufstellen, bei denen man sich Hilfe holen kann, wie "Pro Familia" oder dem Jugendamt. Ashley scheint aus ihrem Verhalten zumindest eine Lektion gelernt zu haben. Ihr Profil ist mittlerweile offline.