Gehen Sie der Ursache auf den Grund!

Schimmel in der Wohnung: Wie man ihn verhindert und im Ernstfall wieder los wird

14. Oktober 2019 - 10:32 Uhr

Schimmel entsteht oft bei schlechter Lüftung

Ganz plötzlich entdeckt man an den Wänden schwarze Sprenkel. Kein gutes Zeichen: Sie haben offensichtlich Schimmel in der Wohnung. Oft bildet sich Schimmel, wenn nicht richtig gelüftet wird. Dann kondensiert die Feuchtigkeit aus der Raumluft an Wänden und Fenstern.

Deshalb ist Schimmel so gefährlich

Laut einer Studie lebt etwa jeder sechste Deutsche in einer von Schimmel befallenen Wohnung. Am häufigsten tritt der ungebetene Gast im Badezimmer auf, denn hier herrscht oft hohe Luftfeuchtigkeit. Aber auch das Schlafzimmer ist häufig betroffen.

Das Gefährliche am Schimmel sind die unsichtbaren Sporen, die durch die Luft wirbeln. Diese können, wenn sie eingeatmet werden, allergische Reaktionen auf der Haut sowie Husten und Atemnot auslösen. Wer Schimmel für längere Zeit ausgesetzt ist, kann sogar eine Lungenfibrose bekommen, eine lebensgefährliche Erkrankung, bei der das Lungengewebe vernarbt.

Was ist der Ursprung des Schimmels?

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Schimmelfleck ist am 19.11.2012 in Hamburg an einer Balkontür zu sehen. Der BGH verhandelt am 17.10.2014 darüber, inwieweit die Miteigentümer eines Hauses die Sanierung einer Wohnung mitfinanzieren müssen. Foto: Daniel Rei
Schimmel muss entfernt werden, statt ihn nur zu überstreichen.
© dpa, Daniel Reinhardt

Gehen Sie dem Ursprung des Schimmels auf den Grund. Lediglich den dunklen Fleck abzuwaschen oder zu übertünchen bringt auf Dauer nichts. Warum schimmelt es in Ihrer Wohnung? Ursachen können beispielsweise falsches Lüften oder große Möbelstücke sein, die direkt an der Wand stehen, dicke Vorhänge, große Bilder - diese Dinge können die Luftzirkulation behindern und feuchte Stellen entstehen lassen. Etwa zehn Zentimeter Abstand gelten als gutes Maß.

Auch bauliche Mängel sollten Sie in Erwägung ziehen. Kontrollieren Sie die Wasserleitungen. Steigt hier Feuchtigkeit auf? Oder ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Mauerwerk feucht ist? In Apotheken können Sie sich einen Schimmelpilz-Test-Set bestellen, um einen Selbsttest durchzuführen. Wenn Sie sich unsicher sind, dann beauftragen Sie lieber direkt einen Fachmann.

Schimmel entfernen: Wann muss der Fachmann ran?

Bei jedem Schimmelfleck, der kleiner als 40 Quadratzentimeter ist, können Sie selbst Ausbesserungsarbeiten vornehmen. Tragen Sie dann unbedingt Handschuhe, Schutzbrille und einen Atemschutz. Allerdings sollten Sie auf Fungizide und chlorhaltige Mittel aus dem Handel direkt verzichten, denn diese können ebenfalls gesundheitsschädigend wirken.

Stattdessen greifen Sie lieber zu medizinischem Alkohol (70 Prozent). Bewährt haben sich auch herkömmlicher Essig oder Essigessenz. Brennspiritus und auch Wasserstoffperoxid eignen sich zur Reinigung von Schimmelflächen.

Wenn sich der Schimmel in der Tapete festgesetzt hat, sollte das Stück großzügig ausgetauscht werden. Im Badezimmer setzt sich der hässliche Pilz gerne in den Silikonfugen fest. Es ist zwar mühsam, aber auch diese Stellen sollten vollständig entfernt werden, und danach neu verfugt werden.

Egal, wie sie die betroffene Stellen behandeln, die Fenster sollten Sie dabei immer öffnen, damit Dämpfe und unangenehme Gerüche abziehen können. Bei größerem Schimmelbefall ist es allerdings wichtig, einen Fachmann zu holen, der den Schimmel professionell beseitigt.

So entsteht Schimmel gar nicht erst

Frau am geöffneten Fenster
Damit kein Schimmel entsteht, ist das richtige Lüften der Wohnung wichtig.
© picture alliance

Entscheidend, um Schimmel von vorneherein zu vermeiden, ist das richtige Lüften der Räume. Egal wie kalt es ist, es ist wichtig, jeden Tag mehrmals fünf bis zehn Minuten zu lüften. Drehen Sie die Heizung für diesen Zeitraum unbedingt ab. Und verkneifen Sie sich, bei gekippten Fenster dauerhaft zu lüften - natürlich schön bei voller Heizpower. Die Rechnung am Jahresende wird sonst mehr als gesalzen sein.

Übrigens: Wenn es richtig lausig kalt draußen ist und Sie viele Stunden oder vielleicht sogar Tage nicht in Ihrer Wohnung verbringen, stellen Sie die Heizung nicht ganz aus, sondern auf Stufe 1. Sonst kühlt die Wohnung viel zu stark aus und Sie brauchen viel mehr Energie, um die Zimmer wieder warm zu bekommen.

Bei Schimmel gegebenenfalls die Miete kürzen

Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, können Sie wegen dieser Mängel unter Umständen auch die Miete kürzen. Sie müssen natürlich vorher Ihren Vermieter schriftlich informieren. Setzen Sie ihm eine zweiwöchige Frist, um den Schaden beheben zu lassen. Ein vom Fachmann erstelltes Gutachten kann Sie hierbei positiv unterstützen.