Schockierende Vorwürfe

Sarah (18): AfD-Politiker wünschte mir Vergewaltigung

05. Februar 2021 - 18:08 Uhr

18-Jährige veröffentlicht Teile des Chatverlaufs bei TikTok

"Hoffentlich wird dich mal ein Schwarzer so richtig drannehmen, ohne dass du das möchtest." Diesen erschreckenden Satz hat Sarah E. laut eigener Aussage im Chat bei Instagram vor einigen Tagen lesen müssen. Sie will die schockierenden Zeilen, die ihr ein Lokalpolitiker geschickt haben soll, mit anderen Wählern ihrer Stadt teilen und veröffentlicht Teile des Chats bei TikTok, wo er schnell die Runde macht. RTL-Reporterin Franca Pörsch hat die 18-Jährige getroffen und auch den AfD-Politiker um Stellung gebeten. Was er zu den Anschuldigungen sagt, sehen Sie im Video.

RTL liegt der gesamte Chatverlauf vor

Chatverlauf beweist Drohung des AFD-Politikers
Chatverlauf zwischen dem AfD-Politiker und der 18-jährigen Sarah: er wünscht ihr eine Vergewaltigung
© privat

Schauplatz Instagram: Hier diskutiert Sarah E. nach eigenen Angaben in einem privaten Chat mit dem AfD-Politiker Andy Schöngarth über Rechtsextremismus innerhalb der Partei. Beide sind unterschiedlicher Meinung und versuchen den anderen mit entsprechenden Artikeln, die man im Netz gefunden hat, zu überzeugen.

Doch das läuft aus dem Ruder: Der AfD-Politiker nimmt die 18-Jährige nicht Ernst. Er schreibt "Werd erwachsen" und "Du bist doch noch viel zu jung". Beide kommen auf keinen gemeinsamen Nenner und die Situation spitzt sich zu, als Sarah ihm folgende Nachricht schickt: "Werd erwachsen, kleiner rassistischer Junge". Daraufhin wünscht Schöngarth ihr dann die Vergewaltigung, wie die 18-Jährige es beschreibt und ihre Chatverläufe zeigen.

Wünsche dieser Art kein Einzelfall

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Politiker mit solch verstörenden Äußerungen für Aufsehen sorgt. Bereits 2019 liefert sich Andy Schöngarth auf Facebook mit einem Politiker der SPD eine Schlammschlacht. So schrieb er damals wortwörtlich an den SPD-Politiker Andreas Rothe: "Sie sollten sich vielleicht ein mal ein Loch schaufeln, damit der ganze Müll den sie reden nicht zu Lasten der Steuerzahler fällt. Am besten Sie springen noch mit rein ins Loch."

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Kreisverband will zu privaten Angelegenheiten nichts sagen

Das Profil des Cottbuser AfD-Abgeordneten ist auf Instagram bereits gelöscht. Auch andere Social Media Kanäle sind nicht mehr auffindbar. RTL wendet sich also an den AfD-Kreisverband in Cottbus und bittet dort um eine Stellungnahme.

"In private Angelegenheiten/Diskussionen mischt sich der AfD Kreisverband Cottbus nicht ein. Bitte haben sie dafür Verständnis", schreibt ein Sprecher. Andy Schöngarth habe sich bereits der Fraktion Cottbus offenbart. Es heißt: "Beide Seiten bezichtigen und verklagen sich gegenseitig. Hier müssen wir die staatsanwaltlichen Ermittlungen abwarten." Der AfD-Politiker bestreitet die Vergewaltigungsaussage, wie er RTL-Reporterin Franca Pörsch erklärte.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Pressestelle der Polizei in Cottbus bestätigt auf RTL-Anfrage die wechselseitigen Anzeigen. Für alle weiteren Schritte ist inzwischen die Staatsanwaltschaft zuständig, die auf RTL-Anfrage bisher noch nicht reagiert hat.