Tragischer Todesfall in Rostock

Mädchen (2) stirbt nach Kita-Essen: Keine Speisereste bei Obduktion gefunden

Die Kita in Rostock: Hier erstickte eine Zweijährige beim Essen.
Die Kita in Rostock: Hier erstickte eine Zweijährige beim Essen.
© RTL

26. Februar 2021 - 10:30 Uhr

Fremdkörper verursachte Druck auf Kehlkopf

Nach dem Tod eines zweijährigen Mädchens in einer Kita im Rostocker Stadtteil Lütten Klein ist die Obduktion abgeschlossen. Das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung: "Bolus-Tod" – das heißt: Ein Fremdkörper steckte kurzzeitig im Rachen fest, sorgte so für Druck auf Kehlkopf und löste einen Reflex aus, der zum sofortigen Herz-Kreislauf-Versagen führte.

Staatsanwaltschaft nimmt nach Vorfall in Rostock keine Ermittlungen auf

Speisereste wurden bei der Obduktion nicht mehr gefunden. Dies kann daran liegen, dass der Notarzt beim Rettungseinsatz den Fremdkörper entfernt hat oder er später selbst herausgefallen ist. Ob es sich dabei um ein Stück Wurst gehandelt hat, wurde nicht bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft wird keine Ermittlungen aufnehmen. Nach Vernehmung der Erzieherinnen deute alles auf einen schrecklichen Unfall hin.

Video: Betroffenheit bei anderen Eltern ist groß

Im Umfeld der Kita ist die Betroffenheit groß – auch bei den Eltern, die ihre Kinder jeden Tag der Obhut der Erzieher anvertrauen. RTL-Reporter Stefan Tretropp hat mit zwei Müttern gesprochen, die im Video über den Vorfall sprechen.

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Mädchen stirbt auf dem Weg in die Kinderklinik

Nach RTL-Informationen soll sich das Kind beim Mittagessen verschluckt haben. Erzieher und Ärzte hätten noch versucht, das Mädchen zu reanimieren. Der Rostocker Staatsanwaltschaft zufolge sei es jedoch kurz nach seiner Einlieferung in der Kinderklinik verstorben.

Welche Snacks für kleine Kinder lebensgefährlich werden können, erfahren Sie hier. Und: Erste Hilfe beim Kind: Was Sie bei einem Erstickungsunfall tun sollten, können sie hier nachlesen.

Ersticken gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern

Laut Statistischem Bundesamt gehört Ersticken zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern unter 15 Jahren. So auch beim kleinen Lilian, der 2014 auf einem Campingplatz in Frankreich an einem Stück Wurst erstickte. Die Eltern haben den deutschen Hersteller Herta verklagt, ein Urteil in dem Fall wird aber frühestens im Oktober erwartet. Auch die zwei Jahre alte Tochter von Countrysänger Ned LeDoux starb im Oktober 2019 bei einem "tragischen Erstickungsunfall" zu Hause.

Glimpflich davongekommen ist der einjährige Michael aus Florida. Er hatte sich an einem Keks verschluckt. Doch Polizisten schafften es in letzter Sekunde, sein Leben zu retten. Die heldenhafte Rettungsaktion – im Video.